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Sprachlicher Aufstieg zum Mount Everest

Bad Nenndorf / Bilinguales Projekt Sprachlicher Aufstieg zum Mount Everest

Bei einer Feierstunde im Forum des Gymnasiums Bad Nenndorf (GBN) ist das zehnjährige Bestehen des bilingualen Projekts „Spanischsprachiger Sach- und Fachunterricht“ gewürdigt worden.

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Initiatorin Silke Pape (Dritte von rechts), die jetzige Leiterin Carolin Oelke (Dritte von links), die Lehrer Willi Meihsner (links) und Alfredo Marín (rechts) sowie die Botschafts-Mitarbeiterinnen Ingrid Reimers (Zweite von rechts) und Mercedes de Castro Ruiz.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Keine andere Schule in Niedersachsen bietet etwas Derartiges an.

Vor einem gewaltigen Berg habe die Schule gestanden, als das Projekt vor etwa zwölf Jahren Konturen annahm. Nicht etwa vor dem Deister, so Direktorin Irmtraut Gratza-Lüthen, sondern vor dem Mount Everest. Allen voran die damalige GBN-Lehrerin Silke Pape habe Pionierarbeit geleistet. Wie einzigartig der bilinguale Unterricht ist, lässt sich an dem Umstand ablesen, dass die Lehrer ihre Arbeitsblätter selbst erstellen müssen, denn spezielle Unterrichtsbücher gibt es nicht.

Eine Auswahl leistungsstarker und lernwilliger Schüler nimmt nach Gratza-Lüthens Worten teil an dem auf jeweils drei Schuljahre ausgelegten Projekt. Die betreffenden Gymnasiasten wählen Spanisch als dritte Fremdsprache und erhalten eine Wochenstunde mehr an Unterricht. Der Clou ist allerdings, dass sie auch Fachunterricht auf Spanisch erhalten. Dies veranschaulichte eine Schülergruppe mit einem Theaterstück über die Anforderungen und Vorzüge des Geschichtsunterrichts auf Spanisch. Darin geht es keineswegs nur um den Spanischen Bürgerkrieg und Ähnliches – auch Themen außerhalb der Iberischen Halbinsel stehen auf dem Stundenplan. Nur wird eben auf Spanisch unterrichtet.

Der Perspektivwechsel im Klassenzimmer weitet der Direktorin zufolge das Blickfeld der Schüler. Diese lasten sich allerdings auch zusätzliche Arbeit auf und machen sich somit ihrerseits auf den Weg zum Everest. Ihre sprachlichen Fähigkeiten lassen sich die Absolventen nach den drei Projektjahren zertifizieren. Einige frühere Bilingual-Schüler berichteten über die Vorteile, die sie im Studium spürten, weil sie an dem Projekt teilgenommen hatten.

Gratza-Lüthen dankte den Schülern für ihre Bereitschaft zur Mehrarbeit. Aber auch den am Projekt beteiligten Lehrern, Ämtern und Ministerien. Der Landkreis Schaumburg und die Landesschulbehörde haben beispielsweise erst einmal grünes Licht geben müssen. Das niedersächsische Kultusministerium ist ebenfalls involviert, genauso das spanische Bildungsministerium, das seit zehn Jahren einen Lehrer ans GBN entsendet. Das ist derzeit Alfredo Marín.

Zur Feierstunde waren Vertreter von Landkreis und Landesschulbehörde sowie vom Kultusministerium gekommen. Die zuständige Referatsleiterin im Ministerium, Ingeborg Weisig, lobte das Projekt als beispielhaft. Ein Vertrag zwischen dem Land Niedersachsen und dem Königreich Spanien bildet die Basis dafür, so Weisig. Eigens aus Berlin waren zwei Mitarbeiterinnen der spanischen Botschaft angereist.

Mercedes de Castro Ruiz, Botschaftsrätin für Bildung, sprach von zehn erfolgreichen Jahren. „Ihre Schule fördert Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz“, so de Castro Ruiz. gus

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