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Sternenjäger

Bad Nenndorf Sternenjäger

Was macht ein Hobbyfotograf, dessen Herz auch für Astronomie schlägt? Ganz einfach: Er kombiniert beide Interessen und macht atemberaubende Fotos vom Mond, den Planeten, Blitzen und anderen Phänomenen, die sich am Himmel abspielen. Diesen Weg ist zumindest der Bad Nenndorfer Sebastian Wilk gegangen.

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Großes Bild: Der Perseidenstrom (rechts) taucht neben der Flugbahn des Jets auf. Die Aufnahme gelang Sebastian Wilk per Teleskop von seinem Dachfenster aus.

Quelle: Wilk

Bad Nenndorf. Eigentlich begann das Hobby mit einem tragischen Todesfall: Wilks Vater, der begeisterter Hobby-Astronom war, starb, als er selbst erst sieben Jahre alt war. Doch da hatte er den Bazillus Astronomie bereits intus. Noch heute erinnert sich der mittlerweile 37-Jährige daran, wie er durch das Teleskop seines Vaters Bewegungen auf dem Mond zu erkennen glaubte.

Später erbte Wilk die wertvolle Ausrüstung seines Vaters. Er wollte damit auch mehr über das Hobby herausfinden, das seinen Vater begeistert hatte. Astronomie nahm bald immer mehr Raum in seinem Leben ein – kombiniert mit der Lust am Fotografieren. Beispielsweise im Jahr 1994, als er mit seinem Großvater während einer Sonnenfinsternis an den Rand eines Ackers fuhr, um dort sein Teleskop samt Kamera aufzubauen. Damals gelang ihm ein Foto der untergehenden, halb verdeckten Sonne, das noch heute als schöne Erinnerung in seinem Wohnzimmer hängt.

Naturphänomene und Astrofotografie haben es dem gelernten Industriemechaniker zwar besonders angetan, doch auch Fotos fürs Familienalbum und Reise-Erinnerungen hält er gern fest. „Wenn ich etwas Schönes sehe, versuche ich, es einzufangen“, erklärt der 37-Jährige, der Vater zweier Kinder ist.

Auf dem Dachboden seines Hauses hat er ein nach Süden ausgerichtetes Fenster, wo Wilk seine Ausrüstung aufbaut und den Himmel beobachtet. Oft probiert er, besondere Ereignisse einzufangen, beispielsweise Blitze in Gewitternächten oder bestimmte Planetenkonstellationen. Kürzlich gelang ihm die Aufnahme einer Perseide. Dabei handelt es sich um die Sternschnuppe eines Kometen, dessen Staubspur die Erde jedes Jahr immer im August durchquert.

Etwas Glück braucht es dabei schon, denn ist die Kamera erst einmal auf einen Teil des Himmels ausgerichtet, muss der Fotograf hoffen, dass es gerade in den Sekunden der Belichtung eine Sternschnuppe auf den Kamerachip schafft. Es heißt also: Abwarten. Nach mehreren misslungenen Versuchen wollte Wilk eigentlich eine besonders imposante Leuchtspur eines Flugzeugs am Himmel fotografieren, und genau in dem Moment tauchte eine Sternschnuppe des Perseidenstroms auf. Das Bild fiel umso schöner aus, weil die Sternschnuppe neben dem Flugzeug zu sehen ist.

Über solche Erfolge und auch andere Fotografien aus dem All tauscht sich Wilk in Internetforen mit Gleichgesinnten aus. Und er entwickelt sich stetig weiter. Kürzlich schaffte er sich einen Quadrokopter an, eine sogenannte Drohne, mit der er Luftbilder machen kann. Und schon jetzt ist Wilk vollauf begeistert von dem neuen Gerät. Bei Gewitter bleibt die Drohne zwar definitiv am Boden. Doch da ist ja schließlich noch der Dachboden. gus

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