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Stricken gegen Rechts

Bad Nenndorf / Nazi-Demo Stricken gegen Rechts

Wenn Sportler stricken und Senioren Bäume vermessen, dann sind in Bad Nenndorf die Vorbereitungen für den bunten Protest gegen den Neonaziaufmarsch am 4. August offiziell gestartet. Eine Menschenkette am Vorabend, die Aktion „Gesichter für Bad Nenndorf“, Plakate, ein Kulturfest und die große Gegendemo zeigen zivilgesellschaftliches Engagement über Altersgruppen und Parteigrenzen hinaus.

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Handgestrickter Protest gegen Rechts: Vom Sportler bis zum Handarbeitskreis findet in Bad Nenndorf jeder seine Form des Protestes gegen den Neonaziaufmarsch.

Quelle: Foto: tes

Bad Nenndorf (tes). Bad Nenndorf wird noch bunter: Zusätzlich zu den Privatpartys am Rand der Aufmarschstrecke sollen dieses Jahr die Bahnhofsstraße und der Bahnhofsvorplatz in ein buntes Kleid gehüllt werden. Geplant ist eine farbenfrohe Ummantelung der Bäume und Laternen sowie handgearbeitete Mützen für die Stelen auf dem Sammelpunkt der Nazis, die sich hier nach ihrer Ankunft erfahrungsgemäß über Stunden aufhalten. Mit einem gestrickten Graffiti können auch alle, die nicht an den Gegendemos teilnehmen wollen, bunte Zeichen gegen Rechts setzen.

„Die Hemmschwelle ist letztes Jahr überwunden worden“, setzt Silke Engelking vom Vorstand des VfL Bad Nenndorf auf das Schneeballsystem: „Die Leute, darunter viele Senioren, haben gesehen, es gibt viele Möglichkeiten sich zu beteiligen, auch im Hintergrund.“ Das bestätigt Barbara Hausmann, die 2011 mit der gesamten Familie zum ersten Mal direkt an der Strecke des sogenannten „Trauermarsches“ protestiert hatte: „Bei der Strickaktion mache ich mit, weil es mir Spaß macht: Ich will es bunt“, betont sie.

Auch für Ursula Stumm, die bereits die ersten Bäume für ihre selbstgestrickten Schals vermessen hat, ist es „selbstverständlich und notwendig, Flagge zu zeigen gegen Rechts.“ Vera Winkler hat auch die Landfrauen und Seniorenzentren um Unterstützung gebeten.
Die Nachfrage nach Wolle sei sprunghaft gestiegen, freut sich Barbara Göbe über den neuen Trend. Lieferengpässe gebe es nicht. „Ich habe kiloweise Nachschub bestellt“, bietet Göbe im Zuge dieser Aktion in ihrem Handarbeitsgeschäft im Kurhaus ein Knäuel für 99 Cent an. Ihr Geschäft dient zugleich als Annahmestelle für die gestrickten oder gehäkelten Teile des Gesamtkunstwerkes ebenso wie die Buchhandlung von Maren Borschers an der Hauptstraße 28.

„Der Anfang ist geschafft“, hofft Winkler auf viele fleißige Hände für die kreative Aktion. „Wir wollen keine Blockade, sondern friedlich demonstrieren“, betont „Bad Nenndorf ist bunt“-Vorstandsmitglied Thomas Winkler. Ziel des Projekts sei, die bisher Unentschlossenen zu erreichen. Die Strick-Aktion ist als Kunstprojekt genehmigt, ergänzt Engelking: „Wenn das zerstört wird, ist das Sachbeschädigung.“

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