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Bad Nenndorf Tafel Bad Nenndorf im neuen Zuhause angekommen
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Tafel Bad Nenndorf im neuen Zuhause angekommen
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15:21 26.10.2018
Volles Haus bei der Einweihung der neuen Tafel in Bad Nenndorf. Quelle: göt
Bad Nenndorf

Elke Klos, Vizepräsidentin des Kreisverbands, freute sich über „so viele engagierte Menschen“, die mit Sach- und Geldspenden ihren Teil dazu beigetragen hätten. Dabei deutete sie auf die neuen Ausgabentische und eine ganze Batterie an Kühlschränken.

"Ich wünschte, wir bräuchten gar keine Tafeln"

„Eigentlich wäre es mir am liebsten, wir bräuchten gar keine Tafeln“, sagte Klaus Heimann, Erster Kreisrat, in seinem Grußwort mit Blick auf die Diskussionen rund um das Thema Grundsicherung.

Im Landkreis seien insgesamt rund 3.000 Menschen auf die Tafel angewiesen, berichtete er. 2017 waren es in Bad Nenndorf mehr als 580 Bedürftige. Die Tafeln leisten „Erstaunliches und Beachtliches“, lobte Heimann – insbesondere, weil der Löwenanteil der Arbeit von Ehrenamtlern übernommen wird.

Auch Bürgermeisterin Marlies Matthias sprach dem DRK und allen ehrenamtlichen Helfern ein großes Lob aus. „Die Tafeln sind erfolgreich und werden gut angenommen, weil sie einfach gebraucht werden“, so Matthias.

Bad Nenndorf hat ein "Luxusproblem"

Stadtdirektor Mike Schmidt freute sich, dass das Haus nach dem Umzug der Feuerwehr nun wieder voll ist. Die Samtgemeinde bringt dort ihren Hausmeisterpool unter, außerdem stellt sie der Tafel, der Fahrradwerkstatt und dem Bürgerbusverein kostenlos Räume zur Verfügung. Damals gab es etwa 15 Interessenten aus dem sozialen Bereich für das Gebäude, schilderte der Samtgemeindebürgermeister.

Vizepräsidentin Elke Klos (von links), Vorstandsvorsitzender Thomas Hoffmann und Heidi Niemeyer, Tafel-Koordinatorin, freuen sich über die Ankunft im neuen Zuhause.

In Bad Nenndorf gebe es das „Luxusproblem“, dass es kaum Leerstände gebe und auch der Druck auf den Wohnungsmarkt höher werde. Dadurch stünde wenig bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung. „Mögen so wenig Menschen kommen, wie nötig“, schloss Schmidt sein Grußwort.

Thomas Hoffmann, Vorstandsvorsitzender, berichtete, dass sich die Zahl der Bedürftigen im Vergleich zum Vorjahr bereits gesenkt habe. Viele Alleinstehende nutzen demnach die Tafel. Dazu kommen Familien, ältere Paare und Alleinerziehende. Zudem werden „wahnsinnig viele Kinder“ unterstützt.

Neuer Standort hat klare Vorteile

Die neue Unterbringung hat ihm zufolge einige klare Vorteile. Einerseits ist sie barrierefrei, andererseits müssen die Kunden nicht mehr an der Hauptstraße warten. „Wir wollen alle Bedürftigen erreichen. Nicht nur die, die keinen Scham haben“, so Hoffmann.

Das Gebäude stand seit Januar leer. Das DRK musste die Elektrik erneuern, eine Brandschutztür einbauen, eine Wand ziehen und renovieren. Auch wenn sich das insbesondere wegen zu stellender Anträge hingezogen habe – „jetzt ist alles offiziell und sauber“, meinte Hoffmann.

von Andrea Göttling