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Bad Nenndorf "Tauben vergiften" im Kurpark
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf "Tauben vergiften" im Kurpark
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06:17 21.03.2012
Vera Skamira begeistert das Publikum mit ihrem Gesang.   Quelle: Foto: ems

Bad Nenndorf (ems). Mit angekündigt „bitterbösen“ Songs von Georg Kreisler, der als Kabarettist, Komponist, Sänger und Dichter Weltruhm erlangte, kam kurzerhand „Wiener Kaffeehausstimmung“ im großen Saal mit Spiegeln, Kristalllüstern und Samtvorhängen auf. „Tauben vergiften im Park“ gilt neben „Der Tod muss ein Wiener sein“ zu den populärsten Werken Kreislers, wobei seinen Liedern ein dementsprechend „tiefsinniger schwarzer Humor und Sprachwitz“ nachgesagt wird.

Eva Skamira gab Kreislers Botschaften ausgesprochen wirkungsvoll wieder. Mit klarer und ausdrucksstarker Stimme sang die rothaarige Sopranistin mit einem Mona-Lisa-Lächeln im Gesicht ganz harmlos von Tod und Teufel, wie in dem schaurig-schönen Lied „Bidla Buh“.
Erst durch ihre Examensarbeit im Zuge der Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin an der Schlaffhorst-Andersen-Schule sei sie auf Kreisler aufmerksam geworden, erklärte die junge Frau. Ansonsten habe sie eher Erfahrungen im Bereich Rockmusik gesammelt, im Kreis der eigenen Heavy-Metal-Band „Ember Sea“. Bei Kreislers Ode an das „Mütterlein“ schaute Eva zu Mutter Vera hinüber und sang ganz lieb garstige Schauergeschichten von Banküberfall und „Knast“.

Bei all den Schaurigkeiten räkelte sich das Publikum sichtlich zufrieden in den breiten Sesseln und Sofas und genoss die abendliche Unterhaltung „der etwas anderen Art“. Vera Skamira „streichelte“ die Ohren der Zuhörerschaft mit ihrem warmen Kontraalt, als sie Chansons von Kreuder bis Knef, von Piaf bis Hollaender sang und mit gekonnten Gesten garnierte. Die Zuhörerschaft besiegelte den Abend mit stehenden Ovationen und Blumenbuketts.