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Tausende von Kinderpornos

Bewährungsstrafe für Nenndorfer Tausende von Kinderpornos

Ein 36-Jähriger aus Bad Nenndorf hat einen der schlimmsten Kinderpornos, die in der Szene kursieren, im Internet heruntergeladen und weiterverbreitet. Vom Amtsgericht in Stadthagen ist der arbeitslose Mann jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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Quelle: pr.

BAD NENNDORF/STADTHAGEN.. Zu sehen ist in dem Video, wie ein kleines Mädchen, keine zwei Jahre alt, vergewaltigt und gefoltert wird. Entstanden ist der Film 2012 auf den Philippinen. Produziert haben ihn ein zwischenzeitlich inhaftierter Australier und dessen Lebensgefährtin, die als Kind selbst sexuell missbraucht worden ist.
„Dieses Video gehört zum Schlimmsten, was ich mir bisher ansehen musste“, sagt Kai Oliver Stumpe, Richter am Amtsgericht Stadthagen. Nach der Festnahme des Australiers im Februar 2015 hatte der Fall weltweit Schlagzeilen gemacht. Der heute 54-Jährige soll reihenweise Kinder missbraucht und deren Qualen gefilmt, mindestens ein Mädchen auch getötet haben. Das Geschäft mit den Kinderpornos florierte.
Der Nenndorfer, der sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten musste, ist nur einer von vielen Menschen rund um den Globus, die das wohl bekannteste Video des Australiers verbreitet haben. Den Film hatte er für andere Nutzer zum Download bereitgestellt.
Verurteilt hat Richter Stumpe den bislang nicht vorbestraften Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Dabei ging es noch um einen zweiten Vorwurf: Der 36-Jährige hatte weit mehr als 20 000 Kinder- und Jugendpornodateien gehortet.

Material bei Hausdurchsuchung gefunden

Besorgt hatte er sich die Videos und Bilder in einschlägigen Tauschbörsen. Gefunden wurden sie bei einer Hausdurchsuchung. Staatsanwalt Ulf Kranitz spricht von einer enormen Anzahl. Öffentlich zugänglich gemacht hatte der Nenndorfer nur den Film des Australiers.
Zum Teil befanden sich die Dateien auf dem Computer des 36-Jährigen, teils auf seinem Handy oder externen Datenträgern wie CDs. Auf die Spur des Mannes war eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg gestoßen, die im Internet recherchiert hatte.
Zur Tatzeit will der Angeklagte Depressionen gehabt haben und gefrustet gewesen sein, weil er eine berufliche Ausbildung abbrechen musste. „Von mir geht keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus“, erklärte er.
Nach dem Willen des Gerichtes muss sich der 36-Jährige, nach eigenem Eingeständnis ein Pädophiler, nun um eine Therapie bemühen. „Ich benötige dringend Hilfe“, sagt er selbst. Verbunden ist die Strafe außerdem mit der Auflage, 100 Stunden gemeinnützig zu arbeiten.
Durch Menschen wie den Angeklagten, so Richter Stumpe, entstehe überhaupt erst eine Nachfrage nach Kinderpornos. Der Verteidiger hatte erklärt, dass sein Mandant beim sexuellen Missbrauch nicht der Täter gewesen sei. „Indirekt beteiligt er sich auch als Konsument am Missbrauch“, stellte Stumpe klar. ly

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