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Thors Hammer trifft Nenndorf

Holocaust-Leugner nimmt Flüchtlingshelfer ins Visier Thors Hammer trifft Nenndorf

Post von „Thor Hammer“ verheißt nichts Gutes: Der anonyme Holocaust-Leugner, der für sein Pseudonym kurzerhand eine nordische Gottheit und ihr Werkzeug vereinnahmt, schickt bundesweit E-Mails an Flüchtlingshelfer, um „Irregeleitete“ von ihrem Tun abzubringen.

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BAD NENNDORF. Vera und Thomas Winkler, aktiv im „Sprachkurs für Willkommene“ und dem Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“, gehören neben vielen anderen zu den Adressaten des Antisemiten und Asylgegners. Das 30 Zeilen lange Pamphlet über „Asylbetrüger“, „Feinde und Verräter des deutschen Volkes“ und den „Hochverrat“ der Bundeskanzlerin fassen die Aktivisten als offene Drohung und Beleidigung auf und brachten den Vorgang zur Anzeige.

„Es hinterlässt schon ein komisches Gefühl, persönlich mit so etwas konfrontiert zu sein. Wir sind auch nicht sicher, über welchen Kanal der Absender auf unsere E-Mailadresse gekommen ist“, so Thomas Winkler. Nach Jahren der Angriffe und Einschüchterungen auf „Bad Nenndorf ist bunt“-Aktivisten wollen die Winklers nicht hinnehmen, dass so ein Fall verhamlost wird. „Auch so eine vermeintliche Bagatelle kann sich schnell anders entwickeln. Es öffentlich zu machen, ist auch ein Schutz“, erklärte Winkler.

keine persönlichen Angriffe oder Aufrufe zur Gewalt

Die Polizei habe sich wenig beeindruckt gegeben und in dem knapp gehaltenen Text keine direkte Beleidigung oder Bedrohung erkennen können. Bei der Staatsanwaltschaft Bückeburg ist der Vorgang bisher noch nicht eingegangen, sagte ein Sprecher.

Tatsächlich finden sich in den reißerischen Zeilen neben einem „Sind Sie noch bei Trost?“ und einem angedeuteten Endzeit-Szenario für das Abendland keine persönlichen Angriffe oder Aufrufe zur Gewalt. Die Winklers insistierten dennoch auf Strafverfolgung. Sollte ihr Anliegen im Sande verlaufen, seien die Nenndorfer bereit, an die nächsthöhere Instanz zu appelieren.

In Markdorf am Bodensee hatten Flüchtlingshelfer bereits im Januar dieselbe E-Mail des Provokateurs zur Anzeige gebracht. Die Ermittlungen blieben ergebnislos. In seinen E-Mails wirbt er für einschlägige Webseiten, die den Holocaust als Lüge bezeichnen.

„Wir werden nicht akzeptieren, dass solche Vorgänge immer wieder unter den Teppich gekehrt werden“, meinte Winkler. „Auch gegenüber den Lehrern des Sprachkurses sind wir in der Pflicht, solche Anfeindungen zur Anzeige zu bringen“, ergänzte seine Frau Vera. geb

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