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Tierheime wegen Online-Handel strapaziert

„Wir sind alle überlastet“ Tierheime wegen Online-Handel strapaziert

Internetplattformen wie Ebay machen es vielen allzu leicht. Ohne gründliche Überlegung oder Informationen kaufen sich Personen Hunde über die Rubrik „Kleinanzeigen“ und sind oft schon nach wenigen Wochen mit der Haltung überfordert.

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„Rudi“ (links) und „Bonschok“ sind jetzt mit fünf Gefährten in der Obhut der Tierauffangstation.

Quelle: geb

BAD NENNDORF. Verwahrlosung oder ein hastiges Loswerden des Vierbeiners sind die Folge. Auch falschverstandene Tierliebe wird schnell zum Verhängnis.

Mit einem besonders schweren Fall war Jutta Schneider von der Tierauffangstation kürzlich befasst. „Im Juni meldete sich eine Frau bei uns, die sich um die Zustände bei ihrer Mieterin im Raum Autetal sorgte“, erzählt Schneider.

Die Frau mittleren Alters hielt zwölf kleine Hunde in einem großen Raum mit ausreichend Futter in ihrer Wohnung. Kein Tier war gemeldet, kastriert oder unter sonstiger ärztlicher Aufsicht und dem bunten Treiben aus Chihuahuas, Kleinterriern und Mischlingen waren keine Grenzen gesetzt.

Tendenz steigt an

Darunter auch die trächtige Chihuahua-Hündin „Penny“: „Sie war in einem schlechten Zustand und konnte wegen des unbehandelten Zahnsteins kaum noch fressen“, erinnert sich Schneider. Mit einiger Überredungskunst und sanftem Druck der Vermieterin gelang es der Tierschützerin, Penny zusammen mit sechs weiteren vollkommen unsozialisierten Hunden aus der Wohnung zu holen – trotz der angepannten Lage ein schwerer Schritt für die Halterin. Penny bekam ihre Welpen und die nötige Versorgung in der neuen Obhut, das Veterinäramt ist über den Fall verständigt.

Die Tendenz, Haustiere verwahrlosen zu lassen, steige überall an. „Wir sind alle überlastet“, seufzt Schneider über die Lage der Auffangstationen. Der Dachverband vermittele die Fälle mittlerweile bundesweit, um Haustiere aus ihrer Not zu befreien. Zwischen drei und vier E-Mails gehen täglich bei der Leiterin der Bad Nenndorfer Station ein, die ihrerseits keine Kapazitäten frei hat und mit ihren Hilfskräften jonglieren muss. Projektförderungen ermöglichen Erweiterungen der Anlage, wie demnächst für einen Anbau für Katzenjunge.

„Wegen Ebay läuft es aus dem Ruder. Der Gesetzgeber muss einschreiten und den privaten Handel besser überwachen“, fordert Schneider und meint: „Der Markt ist so groß, dass die Tiere zum Wegwerfartikel verkommen.“ Einziger Lichtblick für die Arbeit der lokalen Tierschützer sei die Zusammenarbeit mit Gemeinden und Behörden. geb

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