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Top-saniertes Juwel

Landgrafentherme wiedereröffnet Top-saniertes Juwel

Wie sehr sich die Nenndorfer die Wiedereröffnung der Landgrafentherme herbeigesehnt hatten, war am gestrigen Dienstag schon daran abzulesen, dass etliche Badegäste Finanzminister Peter-Jürgen Schneider bei seinem Rundgang durch die Einrichtung zuschauten. Sowohl im Außenbecken als auch im renovierten Innenbecken herrschte reger Betrieb.

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Minister Peter-Jürgen Schneider (von links) beim Rundgang mit Holger Mißfelder vom Staatlichen Baumanagement, Staatsbad-Chef Maik Fischer und Architekt Axel Venneberg.

Quelle: gus

BAD NENNDORF. Schneider sprach von einer „top-sanierten Therme“ und machte keine Umschweife. Er gab offen zu verstehen, dass das Bad nach seinem Dafürhalten bald den Betreiber wechseln sollte. Es sei sinnvoller, die Therme von jemandem vermarkten zu lassen, der auch für die Umgebung inklusive Kurpark verantwortlich zeichnet.

Die Übernahme-Verhandlungen zwischen Stadt und Land laufen derzeit. „Die Kommunalpolitik muss entscheiden, ob sie diese Chance nutzen will“, sagte Schneider. Die Stadt könne die Zukunft dann selbst gestalten. Dass die Therme auch im Fall einer negativen Entscheidung seitens der Kommune weiter betrieben würde, fügte der SPD-Politiker allerdings auch hinzu.

Schneider ergänzte: Es geht dem Land nicht darum, eine marode Einrichtung loszuwerden. Die Sanierung des Innenbeckens und der Lüftungsanlage habe 4,6 Millionen Euro gekostet. Ursprünglich waren 3,6 Millionen Euro veranschlagt worden. In den vergangenen Jahren seien 25 Millionen Euro des Landes in das Staatsbad Nenndorf investiert worden.

Besucherzahl durchgehend hoch

Staatsbad-Geschäftsführer Maik Fischer sprach von einem „Juwel“ für Bad Nenndorf, und die Sanierung sei mit einem „tollen Resultat“ abgeschlossen worden. Ein Ziel sei während der anderthalbjährigen Bauphase gewesen, die Einbußen so gering wie möglich zu halten. Als Erfolg verbuchte er eine durchschnittliche Besucherzahl von 300 pro Tag – obwohl es kein Innenbecken gab. Dafür dankte Fischer dem „hoch motivierten Team“.

Dem Standort Bad Nenndorf stellte der Finanzminister ebenso wie Staatsbad-Chef Fischer ein gutes Zeugnis aus. „Bad Nenndorf hat Pfunde, mit denen die Stadt wuchern kann“, so Schneider. Heller und freundlicher sei die Kurstadt in den vergangenen Jahren geworden, meinte Fischer.

Thomas Popp vom Staatlichen Baumanagement Weser-Leine trug technische Details vor. So wurde die Leistungsfähigkeit der Lüftung mit der neuen Anlage vervielfacht. Allein diese hat 1,4 Millionen Euro gekostet. Der Wärmerückgewinnungsgrad betrage jetzt 80 Prozent. Dazu mussten 6,5 Tonnen Stahl aufs Dach – ohne dass die Besucher davon etwas sehen. Das neue Innenbecken ist 1,35 Meter tief. Die Wasseraufbereitung wurde komplett ausgetauscht. Auch die Duschen wurden erneuert und der Gastronomiebereich erweitert.

Ein Bad bei laufendem Betrieb zu sanieren, sei „eine Wunderkiste“. Als unliebsame Überraschung nannte Popp Feuchtigkeitsschäden am Dach, die das Land auch zu dessen Erneuerung zwangen. Auch er zeigte sich mit dem Ergebnis der Sanierung vollauf zufrieden.

Rathaus nicht informiert

Nicht erbaut war Stadtdirektor Mike Schmidt davon, dass er vom Wiedereröffnungstermin der Landgrafentherme aus der Zeitung erfahren hat. Niemand seitens des Staatsbads oder auch des Finanzministeriums habe es für nötig befunden, das Bad Nenndorfer Rathaus in Kenntnis zu setzen – geschweige denn eine Einladung für den Eröffnungstag auszusprechen. Und das, obwohl sich die Stadt derzeit in Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen zur Übernahme der Badeeinrichtung befindet. Den möglicherweise künftigen Betreiber der Therme derart zu übergehen, sei eigentlich ein Unding, so Schmidt. gus

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