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Treppensturz hat Nachspiel

Unfall beschäftigt Justiz Treppensturz hat Nachspiel

Wer die Esplanade so frisch saniert vor sich sieht, kann sich kaum vorstellen, dass es sich dabei noch vor einem Jahr um eine große Baustelle gehandelt hat. Ein Unfall, der sich auf dem Gelände vor ziemlich genau einem Jahr ereignete, beschäftigt inzwischen die Justiz.

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Vor einem Jahr stürzten zwei Frauen auf der Treppe.

Quelle: js

Bad Nenndorf. Von Kathrin Klette

Bad Nenndorf. Stein des Anstoßes war eine damals unbeleuchtete Treppe, auf der zwei Frauen stürzten.

Am 17. Januar war die damals 66-jährige Gabriele Wilhelm mit ihrer 86-jährigen Mutter auf dem Weg zu einem Konzert von Justus Frantz in der Wandelhalle, berichtet die Barsinghäuserin. Der gewohnte Weg führte sie über die Esplanade – die zu dieser Zeit aber noch eine Baustelle und nicht ausgeleuchtet war.

Da sie den Weg kannte und der Bereich nicht abgesperrt war, wählte sie dennoch diese Strecke – und stürzte zusammen mit ihrer Mutter auf der Treppe, die von der Promenade hinabführt. „Meiner Mutter ist zum Glück nichts passiert“, erzählt sie. Sie selbst brach sich jedoch den Arm und erlitt Verletzungen im Gesicht, die Brille war ebenfalls hinüber. Nun sieht sie die Stadtverwaltung in der Pflicht. „Die hätten das an der Stelle gar nicht aufmachen dürfen“, findet sie.

Tags darauf wurde die Treppe auch abgesperrt. Für Gabriele Wilhelm eine Art Schuldeingeständnis, nach Angabe der Stadt allerdings nur eine Vorsichtsmaßnahme, die zudem die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) veranlasst habe, nicht die Verwaltung selbst, wie Heinrich Bremer, Leiter des Amtes für Zentrale Dienste, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte.

Im Juli schließlich erhielt Gabriele Wilhelm die abschließende Rückmeldung, dass sich die Stadt nicht zum Schadensersatz verpflichtet fühle. „In dem Schreiben fehlte eigentlich nur noch der Zusatz: ,Selber schuld!‘“, beklagt Wilhelm. Inzwischen hat sie einen Anwalt eingeschaltet und Klage eingereicht. Wann es zur Verhandlung kommt, steht jedoch noch nicht fest.

Einen Groll gegen irgendjemanden hege sie nicht, sagt Wilhelm. Gerade die Mitarbeiter der Wandelhalle hätten sich rührend um sie gekümmert. Dass sie aber so lange vertröstet worden sei und ihr Anliegen nicht anerkannt werde, wurmt die 67-Jährige. Sie sei an dem Abend immerhin nicht die Einzige gewesen, die sich über die Gefahr auf der dusteren Esplanade geärgert habe. Dass die abschließende Rückmeldung erst im Sommer erfolgte, bedauert Bremer, jedoch habe erst geklärt werden müssen, ob in diesem Fall tatsächlich eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorlag. „Wir haben dafür auch um Verständnis gebeten.“ Nach Abschluss der Überprüfung sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Schuld nicht bei der Stadt gelegen habe. Die Treppe sei zwar dunkel gewesen, jedoch habe es auch alternative Wege zur Wandelhalle gegeben.

„Wir bedauern den Unfall und wünschen Frau Wilhelm gute Genesung“, so Bremer. Doch wenn einem die Lichtverhältnisse auf einem Weg problematisch erscheinen, „ist es zumutbar, außen herum zu gehen“.

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