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Uebel: Bürger werden verschaukelt

Kurhausdebatte geht weiter Uebel: Bürger werden verschaukelt

Dennoch äußerten Bürger während der Fragestunde ihre Unzufriedenheit. – speziell wegen eines Vorhabens, das weiter auf dem Abstellgleis steht.Welch ein Marathon: Drei Stunden Ratssitzung, und zuvor zweieinhalb Stunden nicht öffentlicher Verwaltungsausschuss. Politik und Rathaus machen es sich in Bad Nenndorf wahrlich nicht leicht in ihrem Bestreben, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

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Quelle: Archiv

BAD NENNDORF. Sämtliche Wortmeldungen aus der Einwohnerschaft drehten sich um die am Mittwochabend abermals infrage gestellte Kurhaus-Sanierung (wir berichteten). Renate Daseking-Henning, Mitglied der Bürgerinitiative Rettet das Kurhaus, sagte: „Der Bürgerwille wird mit Füßen getreten.“ Applaus erntete der Vorsitzende von Bad Nenndorf, Jürgen Uebel, der nicht nachvollziehen konnte, dass mehr als drei Jahre nach dem Bürgerentscheid pro Kurhaus-Sanierung noch immer nichts an dem Gebäude geschehen ist – trotz eines schon vorher angefertigten Sanierungsvorentwurfs.

Nicht nur viele Bürger fühlten sich verschaukelt, auch Mieter der Immobilie. Und Uebel malte ein bedrohliches Szenario: Was passiert, wenn die dortige diabetologische Schwerpunktpraxis angesichts unklarer räumlicher Zukunft der Kurstadt adieu sagt?

Sigrid Bade schloss sich Uebel an und bemängelte zudem, dass erst jetzt nach Alternativen zur mittlerweile 7,3 Millionen Euro teuren pm-Sanierung gesucht werden, obwohl die CDU seit je her für einen Neubau an der Stelle des Kurhauses gewesen sei.

Bürger akzeptieren keine Ausreden

CDU-Sprecherin Cornelia Jäger begründete den jetzigen Vorstoß ihrer Fraktion mit den neuen Zahlen, die keine wirtschaftliche Sanierung mehr zuließen. Im Fall eines Abrisses müsse die Stadt den Ärzten und den übrigen Mietern Räume als Zwischenunterkunft suchen, ehe sie zurück in einen Neubau zögen.

Zuvor hatte die Wählergemeinschaft gewohnt leidenschaftlich für die Sanierung des aus ihrer Sicht architektonisch bedeutsamen Bauwerks gestritten und diese Einschätzung mit Experten-Urteilen zu stützen versucht. CDU und Verwaltung machten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit der Modernisierung geltend, was jedoch auch Gegenstimmen provozierte: Die Stadt habe viele Dinge bezahlt, die keinen Profit brächten – im Gegensatz dazu erziele das Kurhaus immerhin Einnahmen, so Heike Beiersdorfer (WGN).

Die SPD hielt sich ebenso wie die Grünen weitgehend zurück. Erst gegen Ende der Debatte überraschte Ralph Tegtmeier mit der Aussage, seine SPD sei nie für den Abriss des Kurhauses gewesen. Allerdings gebe es jetzt „viele Unwägbarkeiten“ zur Sanierung, die es erst einmal auszuloten gelte. Damit blieb das Signal auf Rot, und die Debatte geht bald in ihr achtes Jahr. 2010 hatte die Stadt das Haus gekauft. gus

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