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Vermisstes Ehepaar: Die Hoffnung schwindet

Bad Nenndorf Vermisstes Ehepaar: Die Hoffnung schwindet

Genau vor einem Jahr berichteten die SN, dass Reiner und Christine Krolik aus Bad Nenndorf verschwunden sind. Dass das Ehepaar je wieder auftaucht, gilt als unwahrscheinlich. „Es gibt leider nichts mehr, was wir tun können“, sagt Polizeisprecher Axel Bergmann.

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Von ihrer Wohnung am Königsberger Platz aus sind die Kroliks ins Paradies gestartet. Doch bis heute warten Angehörige und Arbeitskollegen auf ihre Rückkehr.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Die beiden waren im Mai 2015 in den Urlaub Richtung Dominikanische Republik geflogen und nie aus Bayahibe zurückgekehrt. Nach derzeitigem Stand geht die Polizei davon aus, dass die Kroliks entweder Opfer eines Verbrechens wurden oder verunglückt sind. Die passionierten Wanderer hatten sich auf den Weg in ein Naturschutzgebiet gemacht und kehrten von dort nicht wieder zum Hotel in Bayahibe zurück.

Einen Monat nach Verschwinden der Kroliks wurde Christian Freytag als sogenannter Abwesenheitspfleger eingesetzt. Der Fachanwalt für Familienrecht verwaltet seither den Besitz und das Vermögen der beiden Bad Nenndorfer. Ein Abwesenheitspfleger kümmert sich um Besitz der Kroliks

Mittels einer Ermächtigung, kann er auf das Konto der Kroliks zugreifen, um etwa laufende Kosten abzudecken, die die Eigentumswohnung der Vermissten in der Kurstadt verursacht. Jene Ausgaben hat Freytag bereits auf ein Minimum reduziert und beispielsweise etwaige Abos abbestellt. Seine Arbeit wird dabei ständig von einer Rechtspflegerin des Betreuungsgerichts überwacht.

Krolik erhält weiterhin seine Rente

Da es keinen Beweis gibt, dass Reiner Krolik gestorben ist, bekommt er auch weiterhin Rente ausgezahlt. Und sollten die Kroliks nicht wieder auftauchen, wird sich Freytag wohl auch die kommenden neun Jahre um den Finanzablauf der Vermissten kümmern. Denn laut Verschollenengesetz können Verschwundene frühestens nach zehn Jahren für tot erklärt werden, sollten erhebliche Zweifel an ihrer Gesundheit bestehen. So lange müssen wohl auch die Nachkommen der Kroliks auf ihr Erbe warten. Im Übrigen werden Vermisste rückwirkend zu dem Zeitpunkt für tot erklärt, an dem sie das letzte Mal gesehen wurden. Damit würde auf Freytag in neun Jahren eine Menge Arbeit zukommen, da er beispielsweise die bis dahin erhaltene Rente von Reiner Krolik zurückzahlen müsste. Sein Gehalt bezieht der Anwalt aus der Hinterlassenschaft der Kroliks.

Christine Krolik war in der Lindenpark Residenz Bad Nenndorf tätig, wo ihre Stelle notgedrungen neu besetzt werden musste. Doch wie eine Mitarbeiterin der Pflegeeinrichtung versichert, würde man die 56-Jährige mit offenen Armen wieder empfangen. „Es ist immer noch unglaublich, dass sie einfach so verschwunden ist. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt die Mitarbeiterin merklich bedrückt. Keine Hinweise auf neues Leben in Bayahibe

Doch alle vermeintlichen Spuren wie der Fund einer zunächst nicht identifizierbaren Frauenleiche, bei der es sich nicht um Christine Krolik handelte, führten im vergangenen Jahr ins Nichts. Auch die Ausweitung der Fahndung auf Soziale Netzwerke brachte keinen entscheidenden Hinweis. Wie Bergmann erklärt, haben auch die örtlichen Behörden „alles in ihrer Macht stehende getan“. Allerdings blieb die Suche mithilfe von Hubschraubern, Suchhunden und ausgedehnten Flugblattaktionen ohne Erfolg.

Dass sich die beiden für ein Leben in der Dominikanischen Republik entschieden haben – ohne ihre Angehörigen darüber in Kenntnis zu setzen – schließt der Polizeisprecher aus: „Es wurden keinerlei Vorbereitungshandlungen durchgeführt.“ Papiere, Kleidung sowie Geld und weitere Habseligkeiten wurden im Hotelzimmer in Bayahibe sichergestellt. Auch das Konto der Kroliks wies vor und nach dem Verschwinden keinerlei Bewegung auf. js

Wann werden Vermisste für tot erklärt?

Nach dem Verschollenengesetz können Vermisste, deren Aufenthaltsort unbekannt und bei denen nicht sicher ist, ob sie noch leben oder bereits gestorben sind, unter bestimmten Voraussetzungen für tot erklärt werden. Es reicht allerdings nicht aus, wenn der Verschwundene nach der Ausreise in ein anderes Land den Kontakt zur Familie abbricht und den Angehörigen seine neue Adresse nicht übermittelt. Vielmehr müssen ernsthafte Zweifel daran bestehen, dass der beziehungsweise die Vermisste noch leben. In diesem Fall können Vermisste im Alter zwischen 25 und 80 nach zehn Jahren von den Hinterbliebenen für tot erklärt werden. Für über 80-Jährige ist dies bereits nach fünf Jahren möglich. Eine vermisste Person unter 25 Jahren kann nicht für tot erklärt werden. js

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