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VfL-Ball wird zum rauschenden Fest

Bad Nenndorf VfL-Ball wird zum rauschenden Fest

Drei Jahre lang mussten sie warten, und es schien fast so, als hätten die Tanzbegeisterten die Tage gezählt, bis sie endlich wieder beim VfL-Ball über das Parkett schwofen oder auch wirbeln durften.

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Quelle: gus

Von Guido Scholl

Bad Nenndorf. Denn kaum hatte Moderatorin Margit Gümmer die Tanzfläche der Wandelhalle freigegeben, da war sie auch schon proppenvoll.

 Das gesellschaftliche Top-Ereignis der Kurstadt in diesem Frühjahr hat am Sonnabend keine Wünsche offen gelassen. Restlos ausverkauft war der Ball, den der VfL ganz bewusst nur alle drei Jahre organisiert. Umso tanzhungriger ist das Publikum, weiß Günter Bade, Chef des Organisations-Teams.

 Hunger hatten die mehr als 400 Besucher aber auch aufs Büffet. Wie bereits im Jahr 2013 zeichnete sich dafür das Grandhotel Esplanade verantwortlich. Dessen Mannschaft hatte diesmal aber zusätzlich auch die Getränkeversorgung übernommen. Aus Bades Sicht eine gute Entscheidung – die Zusammenarbeit zwischen VfL und Grandhotel hat sich mittlerweile bestens eingespielt.

 Die Vereinsfarben Gelb und Blau waren im Saal unübersehbar. Denn am Nachmittag waren 150 Luftballons in diesen Farben aufgeblasen worden. Dafür musste aber kein Sportler sein Lungenvolumen strapazieren. Denn der VfL benutzte eine Gasflasche – schließlich sollten die Ballons in der Luft schweben und nicht auf den 30 Tischen herumliegen.

 Während die eleganten männlichen Ballgäste meist in klassischen Anzugfarben – vor allem Schwarz und Grau dominierten – aufgekreuzt waren, verlieh die Abendgarderobe der weiblichen Begleiter der Wandelhalle jede Menge Farbtupfer.

 Bei einem Paar jedoch stach der Mann die Frau eindeutig aus: Richard Preece war in der Gala-Uniform des britischen Militärs erschienen. Der Engländer wohnt zwar seit 2008 mit Ehefrau Nicole Preece in Bad Nenndorf, wo beide ein Haus besitzen. Für den Ball hat Richard Preece aber ganz bewusst seine schmucke und mit mehreren Abzeichen verzierte Uniform aus dem Schrank gekramt. Der absolute Hingucker waren nicht die Ehrenabzeichen, sondern eindeutig die Stiefeletten mit ihren goldfarbenen Sporen.

 Dass der Ball eine gelungene Veranstaltung wurde, hatte Schaumburgs zweitgrößter Sportverein auch der eigenen Tanzsparte zu verdanken. Deren Mitglieder eröffneten den Abend nicht nur mit einer Rhumba. Später zeigten die Hip-Hop-Mädels, was sie so alles beim Training einstudieren. Und dann erlebten die Zuschauer noch eine Tango-Einlage, die ebenfalls VfL-Tänzer aufs Parkett zauberten.

 Nur mit Training funktioniert es beim Tango übrigens nicht, wie Moderator Jens Gümmer erläuterte. „Den Rest tanzt man mit dem Herzen“, sagte er.

 In Abwesenheit von Bürgermeisterin Gudrun Olk und Stadtdirektor Mike Schmidt stand plötzlich wieder der bis 2014 amtierende Verwaltungschef im Fokus: Margit Gümmer verlieh Bernd Reese augenzwinkernd die Ehrung als Sportler des Jahrs in der Kategorie „Politiker ohne Amt“. Doch damit wollte sie Reese keineswegs aufziehen – sie freute sich vielmehr mit dem Ex-Stadtdirektor, dass dieser endlich mal rein als Privatperson am Ball teilnahm.

 So gut gelaunt feierten die Bad Nenndorfer bis tief in die Nacht. Fast ein wenig schade, dass erst 2019 der nächste VfL-Ball steigt.

Beinarbeit top, Schuhwerk flop

Als Sportler des Jahres wurde in der Wandelhalle der Tischtennisspieler Jürgen Volkers ausgezeichnet. Dessen Abwehrspiel bringe die Gegenspieler an den Rand des Wahnsinns, wie VfL-Chef Volker Thies erzählte. Und auch die Beinarbeit des Geehrten sei wie aus dem Lehrbuch – und das, obwohl Volkers Turnschuhe trägt, die „wie vom Grabbeltisch“ aussehen. Nur knallgelb müssen sie sein.

Wolfsburger Pleite hatte Folgen

Kerstin Hecking wunderte es wenig, dass ihr Mann Dieter zu später Stunde noch immer nicht eingetroffen war. Pleiten „seines VfL“ gehen dem Coach mächtig an die Nieren. Vielleicht hatte er auch geahnt, dass er nur wenige Meter neben Thorsten Kruckenberg gesessen hätte – der ist nämlich ausgewiesener Schalke-Fan. Und auf Schalke hatte Wolfsburg mit 0:3 verloren.

VfL-Ball für einen Tänzer und Statiker

Den „VfL-Ball“ des Jahres überreichten Vorsitzender Volker Thies und Ball-Organisator Günter Bade passend zum Anlass einem Tänzer: Hans Wuttke, der seit 2004 Sportwart der Tanzsparte ist und seit mehr als 20 Jahren Turniertanz betreibt, hat sich aber auch bei den Bauvorhaben des VfL – wie jetzt den „Dorado“-Anbau – als Statiker eingebracht. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er den „VfL-Ball“.

Haster Lob für die Kurstadt

Zum zweiten Mal nach 2013 hat das Moderatoren-Duo Jens und Margit Gümmer dem VfL-Ball zusätzlichen Schwung verliehen. Diesmal hatten sich die Beiden etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie hatten ein Bad-Nenndorf-Lied komponiert. Und darin priesen sie nicht nur die Kurstadt, sondern auch den VfL. Ein Auszug: „Bad Nenndorf – denkt ihr nicht auch, es ist hier perfekt? Bad Nenndorf – auf dieser Erde der schönste Fleck. Tolle Stadt, tolle Menschen und auch noch ein toller Verein.“ Und obwohl er in Haste wohnt, sind ihm diese Zeilen leicht von der Hand gegangen, wie Texter Jens Gümmer glaubhaft versicherte.

Gala-Programm für die Experten

Jo Göbel und seine seit etwa fünf Jahren existierende Formation „Jo’s Partyband“ hatte musikalisch das Heft in der Hand. Für die tanzerprobten Ballgäste hatten die Musiker ihr Gala-Programm mitgebracht: Alte Swing-Klassiker sowie Evergreens aus den Bereichen R&B, Jazz und Latin bestimmten die ersten Sets. Beispiele: „September“ von Earth, Wind and Fire, „The Lady is a Tramp“ von Frank Sinatra und „Love“ von Nat King Cole.

Später, als auf dem Parkett die Paar-Formationen immer mehr von einzeln Tanzenden abgelöst wurden, streute die Band zunehmend Charts-Hits und Disko-Nummern ein. Doch Latin- und Swing-Stücke durften auch zu fortgeschrittener Stunde nicht fehlen. Schließlich waren viele anspruchsvolle Tänzer im Saal – allen voran die Turniertänzer des VfL. Und die galt es, bei Laune zu halten.

Das gelang der Truppe um Sänger und Gitarrist Jo Göbel in Perfektion. Sängerin Jessie überzeugte außer mit ihrer Stimme auch mit ihrer unübersehbaren guten Laune. Außerdem gehörten zur Ball-Besetzung Keyboarder Julian Göbel, Saxophonist Sino und Schlagzeuger Leo.

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