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Viel Herzblut nötig

Vortrag über Pflegegesetz Viel Herzblut nötig

Bei einem Vortrag von Christiane Stahl, Pflegedienstleiterin im Haus Kronprinz an der Kramerstraße, haben sich die Mitglieder des Seniorenbeirats über das neue Pflegestärkungsgesetz (PSG II) informiert, das seit Beginn diesen Jahres in Kraft getreten ist.

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Christiane Stahl informiert mit viel Engagement über das neue Pflegestärkungsgesetz.

Quelle: ar

Bad Nenndorf.  Das Gesetz soll zu grundlegenden Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem führen. Eckpfeiler ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der unabhängig von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung ermöglichen soll.

Stahl erläuterte das neue System, das nach ihrer Meinung etliche positive Aspekte beinhaltet. Begutachtungen seien nun beispielsweise sehr viel individueller möglich. Von den bisherigen drei Stufen, die sich an Zeitkorridoren für den Hilfsbedarf orientierten, wird nun differenzierter geschaut und das Ganze auf fünf Stufen erhöht. Das Neue Begutachtungs-Assessment (NBA) erfasst in acht Modulen 65 Kriterien mit unterschiedlicher Gewichtung. Es werden motorische Fähigkeiten wie Treppen zu gehen oder das Umdrehen im Bett begutachtet. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten Selbstversorgung bei-spielsweise beim Ankleiden und Ernähren spielen ebenso eine Rolle wie die Fähigkeit, in Kontakt mit anderen zu treten.

Feinheiten nicht berücksichtigt

Auch Entscheidungen zu treffen oder sich zeitlich und örtlich zu orientieren, sind wichtige Kriterien, die unabhängig vom Zeitaufwand erfasst werden. Aber die Referentin fand auch viele Wermutstropfen: Die zeitaufwendige Dokumentation verbleibt bei den Pflegeheimen. Besonders bei den Feinheiten hakt es ihrer Ansicht nach: Wenn mehrere Pflegekräfte bei Schwerkranken involviert sind, wird dem nicht Rechnung getragen. Auch die Tatsache, dass ein Mensch, der beispielsweise noch den Kopf anheben und die Arme vor der Brust verschränken kann, nicht als unselbstständig gilt, verursacht Kopfschütteln bei Umfragen unter Fachkräften, berichtete sie. Außerdem sei das neue System sehr bürokratisch und oft verwirrend. Ihr Fazit: Es seien viel Herzblut und eine gute Arbeitsatmosphäre nötig, um unter den derzeitigen Bedingungen Berufe im Pflegebereich auszuüben. ar

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