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Vollsperrung ist „wirtschaftsfeindlich“

Bad Nenndorf / Kritik an Baustellenplanung Vollsperrung ist „wirtschaftsfeindlich“

Miese Stimmung zum Start der Bauarbeiten in der Kurhausstraße/Am Thermalbad: Während der Bautrupp am heutigen Mittwoch mit der Umgestaltung loslegt, sorgen sich die Geschäftsleute um ihre Umsätze. Grund ist der Plan der Stadtverwaltung, die Straße in den jeweiligen Bauabschnitten komplett für den Durchfahrtsverkehr zu sperren. Die Befürchtung der Unternehmer: Ist die Straße als eine der Hauptverkehrswege in der Kurstadt dicht, bleiben die Kunden in der Innenstadt weg und die Einnahmen brechen zusammen.

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Händler und Anlieger nicht nur der Kurhausstraße halten die Vollsperrung der Durchfahrtsstraße für unnötig.

Quelle: kcg

Bad Nenndorf (kcg). Die Berichterstattung und zuletzt der Infoflyer der Stadt zum Ablauf der Bauarbeiten haben Händler und Anlieger aufgeschreckt. Allen voran Tankstellenbetreiber Wolfgang Seifert, der nicht nachvollziehen kann, warum den Bad Nenndorfer Händlern die Vollsperrung zugemutet wird. Denn dass umfangreiche Bauarbeiten für die Wirtschaft verträglich organisiert werden können, habe die Umgestaltung der Rodenberger Allee gezeigt. Bis auf wenige Tage habe der Verkehr fließen können. Die Begründung der Stadt, die Vollsperrung sei wegen des Umfangs der Arbeiten notwendig (wir berichteten), ist für Seifert hanebüchen. Schließlich seien keine im wahrsten Wortsinne „tiefgehenden“ Bauarbeiten mit Kanalsanierungen geplant, sondern lediglich „kosmetische und oberflächliche Veränderungen“ an Gehweg, Parkbuchten und Fahrbahndecke.

Für den Tankstelleninhaber steht deshalb außer Frage: Der Verkehr könnte auch in der Kurhausstraße weiterhin zweispurig fließen. Die Stelle, an der gebaut wird, müsse lediglich mit Warnbarken gesichert werden, Gehwege und Parkbuchten seien breit genug, um Baumaterial und Geräte abzustellen. Sollten größere Maschinen zum Einsatz kommen und die Fahrbahn an sich erneuert werden, könne der Verkehr mit einer Baustellenampel einspurig geregelt werden.
Stadtdirektor Bernd Reese erklärt dazu: Verwaltung, Planer und Politik hätten sich für die Vollsperrung entscheiden, um den Umbau zügig und wirtschaftlich umzusetzen, und verweist auf die Gesamtkosten und Lagerflächen innerhalb der vollgesperrten Bauabschnitte. Die Frage, mit welchen Mehrkosten bei einer offenen Baustelle zu rechnen seien, ließ Reese jedoch unbeantwortet. Seifert macht der Verwaltung nun heftige Vorwürfe, die Alternative zur Vollsperrung gar nicht erst geprüft zu haben und nennt den geplanten Bauablauf „in höchstem Maße wirtschaftsfeindlich“.

„Der Verwaltung sollte klar sein, dass es hier um unsere Existenz geht“, betont auch Buchhändler Rupert Weber. Obwohl sein Geschäft wie die Tankstelle Seiferts an der Rodenberger Allee und damit nicht im unmittelbaren Baustellengebiet liegt, sieht er sich und die anderen Unternehmer im Zentrum als Betroffene.
Denn die Händler sorgen sich um die langfristige Wirkung der Bauarbeiten in der Innenstadt: Nach Kurhausstraße steht 2013 die Hauptstraße auf dem Programm. Werde gleich zu Beginn dieser mehrjährigen Bauperiode der Fehler gemacht, eine Durchgangsstraße zu sperren, würden die Kunden das Stadtzentrum dauerhaft meiden. Auch die Umleitung über die Horster Straße und Bahnhofstraße sei keine adäquate Lösung, die Ampelkreuzung könne das Mehr an Fahrzeugen nicht verkraften. Folge sei Dauerstau bis zur Shell-Tankstelle, befürchtet Seifert. Setze sich dann in den Köpfen der Leute fest, dass sie mit dem Auto in der Innenstadt Probleme haben, fahren sie zum Einkaufen lieber gleich nach Wunstorf oder Barsinghausen, ist sich auch Weber sicher und betont: „Ob direkter Anlieger der Baustelle oder nicht - als Händler sitzen wir alle in einem Boot.“

Das bestätigt Erik Handke von der gleichnamigen Schlachterei an der Kurhausstraße: Jede noch so kleine Störung mache sich direkt beim Einzelhandel bemerkbar. „In Bad Nenndorf wird es einem als Händler zur Zeit nicht leicht gemacht.“ Die Bauarbeiten dürften deshalb nicht nach dem Motto ablaufen: „Unser Dorf soll schöner sterben“. Denn dann gäbe es in der Kurstadt zwar schöne Gehwege, aber keine Geschäfte mehr.

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