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Bad Nenndorf Vom Islam zum Christentum
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Vom Islam zum Christentum
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00:16 28.09.2016
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BAD NENNDORF.

Unterstützung erhielt er von einem Pastor aus Hannover, der fließend Farsi spricht und Schultz-Waßmuths Worte übersetzt hat.
Der Pastor aus Bad Nenndorf hat in den vergangenen Monaten festgestellt, dass sich immer wieder Flüchtlinge für den christlichen Glauben interessieren und zu ihm in die Gemeinde kommen. „Mittlerweile füllen sie bei Gottesdiensten gut anderthalb Sitzreihen aus“, berichtet Schultz-Waßmuth. Viele von ihnen kämen aus dem Iran. Die Menschen, die aus diesem Land stammen, hätten besonders häufig den Wunsch, den islamischen Glauben abzulegen und sich stattdessen dem Christentum anzuschließen. Aber es seien auch Menschen etwa aus Afghanistan dabei.
Der Pastor betont, dass er zu keinem Zeitpunkt „missionarisch“ unterwegs gewesen sei. Die Flüchtlinge, derzeit sind es zwischen 15 und 20, seien in allen Fällen auf ihn zugekommen. Natürlich sei es schön, dass sich die Gemeinde durch die Flüchtlinge vergrößere. „Wir sind aber im Gegensatz zu anderen Gemeinden noch gut aufgestellt.“
Schultz-Waßmuth hat beobachtet, dass die Menschen auf der Suche nach einem Ort mit einer friedlichen Atmosphäre seien. Diese finden sie offensichtlich in den kirchlichen Gemeinden. „Die atmosphärischen Zeichen stabilisieren die Menschen“, meint der Pastor. Nach der Messe blieben sie häufig, um einen Kaffee mit ihm und den anderen Gemeindemitgliedern zu trinken. Schultz-Waßmuth: „Sie fühlen sich einfach wohl bei uns.“ Noch sei die Verständigung schwierig, aber er stelle Fortschritte fest. „Die Flüchtlinge nehmen die Sprachkurse sehr ernst“, sagt der Pastor.
In der katholischen Gemeinde Maria vom Heiligen Rosenkranz hat Pfarrer Michael Lerche bisher noch keine Taufen von Flüchtlingen vorgenommen – und auch keine Anfragen bekommen. Kontakt gebe es jedoch immer wieder mit Flüchtlingen, und er stelle auch ein gewisses Interesse fest. Die Hintergründe seien aus seiner Sicht vielfältig.
Es gehe nicht immer nur um den Glauben, ist er überzeugt. Viel wichtiger sei das Gefühl, eine neue Heimat und Vertrauen zu finden. Jeder Mensch gehe dort hin, wo er erwünscht sei und sich verstanden fühle, so Lerche, der Tauf-Anfragen offen gegenübersteht.

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