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Bad Nenndorf Vom Kampf gegen den IS oder Fragen des Glaubens
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Vom Kampf gegen den IS oder Fragen des Glaubens
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00:37 25.07.2015
Ali Ihsan Ünlü (rechts) und dessen Sohn Mevlüt. Quelle: js
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Bad Nenndorf

Als Experten luden sich die Genossen Ali Ihsan Ünlü von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Stadthagen und dessen Sohn Mevlüt ein.

 Die beiden bekennenden Gläubigen hatten für die Anwesenden überraschende Fakten im Gepäck. So stellte sich heraus, dass viele jugendliche Muslime kaum etwas über ihre eigene Religion wüssten, wie Mevlüt Ünlü erklärte. „Sie erben den Glauben von ihren Eltern und informieren sich nicht“, sagte der Jugendleiter der Stadthäger Ortsgruppe der DITIB (Islamische Religionsgemeinschaft Niedersachsen und Bremen). „Sie wissen beispielsweise gar nicht, dass im Koran geschrieben steht, dass man sich seine Religion selbst aussuchen darf“, so Mevlüt Ünlü weiter.

 Dieses Unwissen würden sich viele Radikale zu nutzen machen, „die nichts mit dem Islam zu tun haben“, warf sein Vater ein. Gemeint war der IS. Doch eigentlich dürfte es keinen Heiligen Krieg geben, da es seit der Gründung der Türkei durch Atatürk kein muslimisches Oberhaupt mehr gebe, der dazu aufrufen könnte, betonte der Stadthäger. Im Islam gebe es mehr als 70 Randgruppen, erklärte Sohn Mevlüt Ünlü anschließend. „Da gibt es einige Männer, die glauben, Regeln aufstellen zu können, die überhaupt nichts mehr mit dem Koran und dem eigentlichen Islam zu tun haben.“

 Die negative Berichterstattung trage ihren Teil zu den Vorurteilen bei. Eine Erhebung hätte festgestellt, dass ARD und ZDF in 81 Prozent der Fälle negativ über den Islam berichten, wusste Ali Ünlü zu berichten.

 In diesem Zusammenhang brachte ein Zuhörer das Thema Kopftuch ins Spiel. „Eigentlich steht es im Koran vorgeschrieben, aber das wird heute vermehrt lockerer gesehen“, so Ali Ünlü. Seine Frau trage eines, seine Töchter nicht. „Und hat nicht auch der Apostel Paulus gesprochen, dass Frauen ihr Haar bedecken sollen?“, warf der Arbeitsgruppenvorsitzende Jürgen Paxmann ein.

 Auch wenn die Ausführungen der Familie Ünlü nicht alle Zuhörer restlos überzeugen konnten, blieb die Stimmung bei der Veranstaltung immer friedlich. „Diese Diskussionen über die ganzen kulturellen Richtungen und Vorschriften führt doch zu keinem Ergebnis“, wandte ein Besucher ein. „Wichtig ist es, dass sich alle Menschen, ob Jude, Christ oder Muslim, in Schaumburg aufgenommen fühlen.“ js

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