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Bad Nenndorf Wachs sorgt für Zoff
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Wachs sorgt für Zoff
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00:25 02.03.2018
Viele Sportler gehen in der Waltringhäuser Halle ihren Hobbys nach - nicht alle sind sich gegenseitig grün. Quelle: gus
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WALTRINGHAUSEN

Die Handballspielgemeinschaft, an der die Stammvereine aus Bad Nenndorf, Haste, Hohnhorst, Waltringhausen, Riepen, Kreuzriehe und Ohndorf beteiligt sind, ist längst zur reinen Zweckgemeinschaft geworden. Die beträchtlichen Kosten treiben die Vereine um. Nun kommen noch andere Misstöne auf.

Noch mehr Geld für die HSG Schaumburg Nord kann der MTV Waltringhausen beispielsweise nicht bezahlen, betonte Gabriele Lohmann bei der Hauptversammlung des Vereins. Daher wurden die Beiträge für die Handball-Spielgemeinschaft im Haushaltsplan nicht erhöht. Zuvor hatte Lohmann mitgeteilt, dass die HSG ein Darlehen nicht wie vorgesehen an die Stammvereine zurückzahlen konnte. Dies soll Ende 2018 geschehen, was Lohmann aber auch anzweifelte. Auf Nachfrage, wer das finanzielle Risiko bei einer Insolvenz der HSG tragen würde, sagte Lohmann: „Die Stammvereine.“

"Verpeekte Halle"

Auch sonst ist die HSG im MTV nicht unumstritten. Von einer „verpeekten Sporthalle“ war die Rede. Offenbar ist das Ende des Haftwachs-Verbots beim Amateurhandball der Grund für die unschönen Zustände. Ein Mitglied rief erbost: „Wenn man auf die Toilette geht, klebt das Zeug an jedem Griff.“ Lohmann entgegnete: „Was glaubt ihr, wo das noch überall klebt.“ Dies sorgte zwar für Heiterkeit, aber ernst war die Sache dennoch.

Lohmann berichtete von einem Besichtigungstermin mit Verwaltungsvertretern, bei dem die Sache erörtert wurde. Das Problem hätten die Rathausmitarbeiter auch erkannt. Es habe in der Folge „einige Rüffel“ an die Adresse der HSG gegeben. Allerdings seien dem MTV die Hände gebunden. „Das muss von höherer Stelle kommen“, sagte sie. Soll heißen: von der Samtgemeinde.

Auf das Reinigungsproblem angesprochen, räumte HSG-Vorsitzender Felix Lattwesen ein, dass ihm das unangenehm sei. Nach Spielen der ersten Herrenmannschaft sei der Zustand besonders schlimm. Zweimal putzen pro Woche, das könne sich die HSG nicht leisten. Auf Haftwachs zu verzichten, führe zu sportlichem Misserfolg. Die HSG werde sich auch künftig um Sauberkeit bemühen. Allerdings sei sein Eindruck auch, dass manch einer nach Betreten der Halle erst einmal nach den Flecken sucht.

Atmosphäre ist gereizt

Generell war die Atmosphäre während Lattwesens Ausführungen recht gereizt. Friedhelm Lockemann störte es, dass die HSG einen Raum mit Material vollpfropft und den Radbach-Treff umsonst mieten kann. Letztgenanntes geschah Lattwesen zufolge aber zwecks eine Fortbildung, nicht wegen einer Party. Andererseits stellte Lockemann Mobiliar der HSG ungefragt für eine Feier im Radbach-Treff zur Verfügung. Am Schluss einigten sich Lattwesen und Lockemann darauf, es herrsche ein Kommunikationsproblem vor.

Lattwesen berichtete zudem vom stockenden Förderbescheid für den Anbau an die Sporthalle. Dies hänge mit der langsamen Regierungsbildung in Berlin zusammen. Die Erweiterung des Gebäudes soll den Sanitärtrakt zeitgemäßer gestalten und auch einen Tresenbereich hinzufügen. Bezahlt wird dies zu großen Teilen mit Fördergeld und Geld von der Samtgemeinde Nenndorf. Das sich die HSG „selbst eine Location baut“, stieß auch nicht nur auf Zustimmung. gus

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Lösung muss her
Die Stimmung in den Stammvereinen der HSG Schaumburg-Nord ist gereizt. Vor allem die steigenden Kosten erwecken Skepsis. Eine echte Identifikation mit der HSG besteht zudem kaum. Für einen Hohnhorster Tennisspieler ist der Umstand, dass hiesige Handballer derzeit um den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse kämpfen, kein zwingender Anlass zur Ekstase. Trotzdem sollte der Respekt vor dem, was die HSG leistet, gewahrt bleiben.
Wenn nun sogar das gründliche Reinigen einer Sporthalle am Geld scheitert, ist es an der Zeit, über eine andere Finanzierung der Spielgemeinschaft nachzudenken. Ein kommunales Engagement könnte die Lösung sein, um die selbstzerfleischenden Diskussionen zu beenden. Das kulturelle Angebot kostet schließlich auch viel kommunales Geld.

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