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Warnung vor dem Betreten

Bad Nenndorf / Süntelbuchen Warnung vor dem Betreten

Die Sanierung der Süntelbuchenallee ist zum größten Teil umgesetzt, doch ein Experte warnt davor, dass das rund 100 Jahre alte Naturschauspiel „erlebbar“ gemacht wird. Der frühere Kurpark-Gärtnermeister Heinz Götze befürchtet erhebliche Schäden an den seltenen Bäumen, wenn zunehmende Spaziergängerscharen dorthin gelotst werden.

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Die Süntelbuchen am Rande des Kurparks sollten nach Meinung des Experten Heinz Götze besser „versteckt“ werden.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Im Gespräch mit dieser Zeitung drückte Götze sein Unverständnis darüber aus, dass in der Kurstadt mit Nachdruck versucht werde, immer mehr Menschen zu den Süntelbuchen zu lotsen. Die sogenannten Krüppelbuchen seien ihrem knorrigen Äußeren zum Trotz äußerst sensible Gewächse. Mehr Besucher seien kontraproduktiv, könnten sogar zum Absterben der Bäume führen.
Grund dafür ist die Bodenverdichtung, die die Fußabdrücke der Spaziergänger im Wurzelbereich erzeugen – und zwar in umso größerem Maße, je mehr Menschen den Weg benutzen. Diese Bedenken hatte es einst auch im Rat der Stadt gegeben, doch aus Kostengründen war ein etwa 30 000 Euro teurer Steg von der Mehrheit abgelehnt worden. Stattdessen ist geplant, den Weg dauerhaft und wiederholt mit Rindenmulch zu bestreuen, was die Schritte abfedern soll. Die Kosten für die Sanierung der Süntelbuchenallee betragen auch ohne Steg 80 000 Euro. Ein Großteil davon wird mit Fördergeld bezahlt.
Götze hält dieses Vorgehen in doppeltem Sinne für falsch. Erstens bringe der Mulch nicht annähernd die erforderliche Dämpfung. Und zweitens sei er schlecht für die Buchen, da er dem Boden wichtige Nährstoffe entziehe. Ein Steg, wie er einst von der Wählergemeinschaft gefordert worden sei, wäre das Einzige, was die Verdichtung des Bodens in Götzes Augen entscheidend abmildern würde.
Doch grundsätzlich ist der Fachmann, der selbst zahlreiche Süntelbuchen im Kurpark gepflanzt hat, gegen zunehmende Besucherströme in der einzigartigen Allee unterhalb der Liegewiese am Galenberg. Er halte die Baumansammlung, die auf den legendären Carl Thon zurückgeht, zwar für ein unschätzbares Naturphänomen. Doch dieses sei im Verborgenen am besten aufgehoben. Das würde dann auch die vermutlich von Jugendlichen eingeritzten Liebesschwüre unterbinden.
Zwar sind die mutierten Rotbuchen heutzutage leichter nachzuzüchten – Thon erzielte in mühsamen Versuchen mit Setzlingen eine Drei-Prozent-Quote – doch das macht die Süntelbuchen nicht weniger wertvoll. Schließlich ist da noch der langsame Wuchs – eine heute gepflanzte Krüppelbuche bräuchte etwa 20 Jahre, um mannshoch zu werden.  gus

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