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Wer waren die Gefangenen im Verhörzentrum?

Bad Nenndorf / Ankündigung Wer waren die Gefangenen im Verhörzentrum?

Zum sechsten Mal sind vor knapp zwei Wochen Hunderte Neonazis durch Bad Nenndorf zum Wincklerbad marschiert. Die Rechtsextremen geben Jahr für Jahr vor, den misshandelten Gefangenen im ehemaligen Verhörzentrum der britischen Armee gedenken zu wollen. Wer waren diese Gefangenen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ für Montag, 22. August, 19.30 Uhr, einlädt.

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Das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ lädt gemeinsam mit Steffen Holz und Maren Borchers zur Lesung ins Haus der Begegnung ein. © pr.

Bad Nenndorf (kcg, r). Steffen Holz liest im Haus der Begegnung, Hauptstraße 36, aus seinem gemeinsam mit Utz Anhalt veröffentlichten Buch „Das verbotene Dorf. Das Verhörzentrum Wincklerbad der britischen Besatzungsmacht in Bad Nenndorf 1945 bis 1947“. Für ihr Werk haben die beiden Autoren umfangreiches Material ausgewertet, das Auskunft über die Inhaftierten in dem ehemaligen Badehaus geben soll.

„Grob lassen sich drei Kategorien von Gefangenen unterscheiden“, erklärt Holz. Zur ersten Kategorie gehören nach Auskunft des DGB-Regionssekretärs Nationalsozialisten und Funktionsträger im NS-Staat, zur zweiten Kommunisten und Sowjetspione und zur dritten Sozialdemokraten und Personen, bei denen die Gründe der Inhaftierung unklar bleiben.

Die meisten Informationen habe man über die Gefangenen mit NS-Hintergrund zusammentragen können, zu ihnen seien zahlreiche Dokumente wie Biografien, Zeitungsberichte und Gerichtsprotokolle gefunden worden, berichtet Holz. Im Fall der zweiten Gruppe liegen den Autoren medizinische Berichte vor, die im Prozess gegen die Lagerleitung verwendet worden sind, sowie einige Geheimdienstunterlagen. Am wenigsten wisse man über die dritte Gruppe der Gefangenen.

Während der Veranstaltung, die gemeinsam mit der Buchhandlung Borchers organisiert wird, soll zudem geklärt werden, warum die rechtsextremen Organisatoren der „Trauermärsche“ bei der Bewerbung der Veranstaltung um die inhaftierten Nazi-Größen einen Bogen machen und stattdessen gefangene Homosexuelle und Kommunisten in den Mittelpunkt ihres vermeintlichen Gedenkens stellen.

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