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Werbestrategie von Bad Nenndorf auf dem Prüfstand

Schwefel, Moor und Kurpark Werbestrategie von Bad Nenndorf auf dem Prüfstand

 Die Kurstadt Bad Nenndorf hat es nicht leicht – seit der Kurkrise bröckeln die Übernachtungszahlen, daher wurde die Werbestrategie „Schwefel, Moor und Sole“ erfunden, um Bad Nenndorf eine neue Marke zu geben. Das gefällt nicht jedem, wie der Bericht einer deutschen Sonntagszeitung belegt.

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Die „Schwefel, Moor, Sole“-Tafel an der Autobahn. pr.

Bad Nenndorf. Der Autor hatte sich vor einiger Zeit im Selbstversuch auf der Autobahn 2 von den braun-weißen Unterrichtungstafeln leiten lassen, um die touristischen Attraktionen links und rechts der Verkehrsader zu inspizieren. Die im Herbst 2009 aufgestellten Tafeln mit dem Schriftzug „Schwefel, Moor und Sole“ leiteten den Schreiber auch nach Bad Nenndorf, wo er allerdings enttäuscht wurde.

Zum Historischen Kurpark von Bad Nenndorf leitete ihn der A2-Hinweis nämlich nicht. „Stattdessen kehrten wir im Café der örtlichen Therme ein, wo man durch ein Fenster das Reha-Schwimmbad und darin den demografischen Wandel beobachten kann“, süffisierte der Autor. Gut, in den Park hätte er es mit dem Auto ohnehin nicht geschafft, denn motorisierte Fahrzeuge – außer denen der Kur- und Tourismusgesellschaft – sind dort verboten. Und ein wenig Fußarbeit sollte jedem Touristen, der einen Landschaftsgarten mit 35 Hektar Größe ergründen möchte, doch zuzumuten sein. Sei‘s drum: In der Reportage schnitt Bad Nenndorf nicht sonderlich gut ab.

Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber lässt sich eigentlich nur streiten, wenn man die Sache aus östlicher Richtung betrachtet. Denn wäre der Reporter aus dem Westen angereist, hätte er das so schmerzlich vermisste Hinweisschild auf den Kurpark gefunden.

Bad Nenndorf ist nämlich die einzige Kommune des Schaumburger Landes, die an der A 2 gleich mit drei braun-weißen Tafeln für sich wirbt: Bei Autobahn-Kilometer 247 aus Richtung Osten und bei Kilometer 257 aus Richtung Westen jeweils mit einem Schwefel-Moor-Sole-Schild, und bei Kilometer 262,5 aus Richtung Westen mit einer Tafel „Historischer Kurpark“. Die steht da übrigens seit dem Jahr 2000. Außerdem hätte etwas mehr Recherche den Suchenden darauf stoßen können, dass der Schwefel aus den Quellen im Kurpark stammt – diese gehören immerhin zu den stärksten Schwefelquellen Europas.

Der Schreiber wirft allerdings auch die Frage auf, welchen Nutzen solche Schilder für eine Stadt haben. Effekte seien schwer zu belegen. Dieses Argument hat bislang auch Versuche in der Nachbar-Samtgemeinde Rodenberg behindert, eigene Unterrichtungstafeln an der A 2 zu beantragen.

Mindestens ein Besuch und ein positiver Effekt, die auf die Schwefel-Moor-Sole-Tafel zurückgehen, sind indes belegt: Der Reporter, der den Kurpark nicht fand, verbrachte immerhin einige Augenblicke in Bad Nenndorf, und das Café der Therme wird sich über den damit verbundenen Umsatz gefreut haben. Zumindest ein bisschen. gus

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