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Bad Nenndorf / Austausch

Wie Außerirdische China hautnah erleben


Tee-Zeremonie, Kalligrafie und Krallen in der Suppe: In einer Info-Veranstaltung haben 13 Austauschüler vom Gymnasium Bad Nenndorf vielen Eltern und interessierten Schülern ihre Erlebnisse in gut 14 Tagen in der chinesischen Millionenstadt Chongqing vorgestellt. Anhand einer Präsentation luden sie ein zur Bilderreise durch das Land der Mitte, wo sie schnell selbst zur Attraktion wurden - im Schulradio und im Alltagsleben, ob in der U-Bahn, den Gastfamilien oder beim Sprachunterricht, wo ihre ersten Chinesisch-Brocken für Lachanfälle sorgten.

Abenteuer China: Keiner der GBN-Schüler will diese Erfahrung missen.

© tes

Bad Nenndorf (tes). Kaum in der Nankai Middle School angekommen zeigte sich: China ist eine echte Herausforderung. Freizeit? Fehlanzeige. Der Frontal-Unterricht beginnt um sieben Uhr morgens und endet nicht vor 22 Uhr. Auch am Wochenende wird gelernt. Ehrgeiz und Leistungsdruck sind groß. Auch unter Akademikern herrscht in China hohe Arbeitslosigkeit, informierte Lehrer Niels Koblitz. Auch in Bezug auf Umweltschutz und Pädagogik seien Ansichten aufeinander geprallt. 60 Schüler sind in einer Klasse, auch die Wohnsituation ist meist beengt. Innen schlicht, aber dicke Autos vor der Tür , fasste Aaron Hecking seinen Eindruck zusammen.

Als befremdlich empfand er auch die öffentliche Dauerüberwachung per Kamera: Big Brother ist überall. Greta Schubert ergänzte: Chinesische Schüler treffen keine eigenen Entscheidungen und dürfen ohne Erlaubnis der Eltern keine Freunde haben. Hochhäuser in Plattenbauweise, Klo im Fußboden und immer neue kulinarische Höhepunkte - von Schlange bis zur Hühnerkralle in der Suppe. Alles eine Sache der Überwindung, meinte Merten Neumann. Auf Überraschungen beim Essen waren die Schüler vorbereitet. (wir berichteten). Dreimal täglich Reis war ebensowenig ein Problem wie Brot schmieren mit der Gabel. Die Schüler äußerten sich beeindruckt von der Landschaft, einer chinesischen Hochzeit mit Moderator und Shopping auf Chinesisch: Das heißt günstige Preise und große Auswahl. Das einzige Problem: Schuhe gibt es nur bis Größe 36, sagte Meike Kleine. Auf den Straßen jeden Tag Megastau. „In der U-Bahn fassten wildfremde Leute meine Haare an“ , berichtete Marisa Reese unserer Zeitung, sie habe sich gefühlt wie eine Außerirdische. Die Gruppe habe das GbN hervorragend repräsentiert , freute sich Schulleiterin Irmtraut Gratza-Lüthen über viel Lob der chinesischen Lehrer. Dauerhaft in China zu leben komme allerdings für keinen der Schüler infrage. Die Erfahrung, einmal in chinesischen Familien gelebt zu haben wollte jedoch keiner missen.

Gratze-Lüthen hat bereits für das GBN eine chinesische Sprachassistentin beantragt. Der nächste Austausch startet in zwei Jahren. Interessenten gibt es bereits genug, wie sich bei der anschließenden Ausstellung zeigte.

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