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Zoo vor dem Aus

Familie möchte Tierpark schließen Zoo vor dem Aus

Herber Rückschlag für all jene, die auf den Fortbestand des Kleinen Zoos am Krater hoffen: Die Betreiberfamilie hat in einer E-Mail an die Stadt und den Förderverein erklärt, das Tiergehege schließen zu wollen. Es gebe zu viele Argumente, die gegen den Weiterbetrieb sprechen, heißt es in dem Schreiben.

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Die Betreiberfamilie möchte den Kleinen Zoo am Krater schließen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Stadtdirektor Mike Schmidt, dass er von der E-Mail überrascht worden sei. Schließlich habe es zuvor seitens des Fördervereins geheißen, dass die gestartete Suche nach einem neuen Betreiber auch der Wunsch der Familie Schulz ist. Schmidt nahm Kontakt mit dem Förderverein auf, auch die Sprecher der Parteien im Stadtrat seien informiert. Schließlich drehte sich eine aktuelle Debatte um die mögliche Zuschusserhöhung für den Zoo.

Persönlich finde er den Schritt schade, er kenne den Zoo von Besuchen mit den eigenen Kindern. Und er sei auch Pate von fünf Sittichen. Ein Anziehungspunkt vor den Toren der Stadt stehe vor dem Aus.

Im Förderverein des Zoos ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Der Vorstand fühlt sich „vorgeführt“, weil es zuletzt noch geheißen habe: Wenn der Förderverein jemanden findet, der den Zoo weiter betreibt, wolle die Familie von Lenchen Schulz dies unterstützen. So kam es zum Vorstoß, die Stadt um jährlich 42.000 Euro für die Personalkosten zu bitten.
Der Verein erwägt nun seine Auflösung, darüber muss aber erst die Mitgliederversammlung beschließen. Diese war für März anberaumt, sollte angesichts der jüngsten Entwicklungen eigentlich auf April verschoben werden, doch jetzt sieht Vorsitzender Detlef Panter keinen Grund mehr für den späteren Termin.

Er schlägt die Tür aber auch nicht ganz zu: Sollte sich die kleinste Möglichkeit bieten, den Zoo weiterzuführen, wäre er bereit, dabei zu helfen. Trotzdem: Der Antrag auf die 42.000 Euro Zuschuss wird nun erst einmal zurückgezogen, weil die Politiker sich „nicht mit Luftschlössern befassen“ sollen, so Panter.

Die Unterstützung für den Kraterzoo ist unterdessen gewaltig. Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Erhaltet den Kraterzoo Bad Nenndorf“ war am 17. Februar gegründet worden und hatte nach zehn Tagen bereits fast 3100 „Gefällt mir“-Angaben. Panter berichtete außerdem darüber, dass ihm viele Bad Nenndorfer Spenden zugesagt hätten, um den Tierpark zu erhalten.

Familie Schulz hat es sich indes nicht leicht gemacht mit der Entscheidung. Über die Beweggründe und die Argumente, die gegen den Fortbestand sprechen, soll in Kürze eine detaillierte Erklärung folgen. Geplant ist aber auch, dass der Kraterzoo in den kommenden Tagen vorerst wieder geöffnet wird. gus

 

Vor 52 Jahren fing alles an

Der Kraterzoo wurde im Jahr 1963 von Werner Schulz gegründet, der 2009 mit 86 Jahren verstarb. Angefangen hatte alles mit Fasaneneiern, die Schulz von einer geliehenen Zwerghuhnglucke ausbrüten ließ. Der geschlüpfte Nachwuchs bezog eine Voliere, woraufhin Schulz die Idee reifen ließ, auf dem damals verwilderten Grundstück hinter dem Krater einen Vogelpark entstehen zu lassen. Nach und nach stieg die Zahl der Gehege auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände. Kraniche, Eulenvögel, Fasane, Hühner, Enten und vieles mehr lockten Generationen von Menschen an – auch von außerhalb Nenndorfs. Mittlerweile gehören Ziegen, Schafe, Waschbären und Zwergschweine zu den Zoobewohnern. Der Förderverein wurde 1993 gegründet. gus

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