Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
„Zug der Erinnerung“ will Neonazi-Pläne überrollen

Bad Nenndorf / Neonazi-Aufmarsch „Zug der Erinnerung“ will Neonazi-Pläne überrollen

Den Neonazis wird es voraussichtlich schwer fallen, am 2. November ohne erneute Demütigung aus Bad Nenndorf abzuziehen. Fallen doch die angezeigten Veranstaltungen der Rechtsextremen in die vom Bündnis „Bad Nenndorf ist, bunt“ geplante Aktionswoche zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht.

Voriger Artikel
Seniorenbeirat: Zebrastreifen nicht sicher
Nächster Artikel
Von der Wärmedämmung bis zum Specksteinofen

Mit Rede- und Musikbeiträgen vor dem Winckler-Bad, die Erinnerung an die Reichspogromnacht und die Opfer des Naziterrors, will sich Bad Nenndorf am 2. November gegen die Neonazi-Aufmärsche wehren.

Quelle: on

Von Oliver Nowak

Bad Nenndorf.   Mit zahlreichen Aktionen will das Bündnis an den nazideutschlandweiten Überfall auf Juden und die Terrorherrschaft der Nazis erinnern. Auftakt der Aktionswoche zum Gedenken an den 9. November 1938 ist für Sonnabend, 2. November, geplant. Der Tag der angekündigten Neonazi-Aufmärsche.

 Gegen Neofaschismus und für Toleranz und Demokratie soll ein „Zug der Erinnerung“ durch die Straßen der Kurstadt ziehen. Ab 11 Uhr soll in der Hauptstraße unterhalb der evangelischen Kirche der „Zug der Erinnerung“ beginnen. Entlang an mehreren Stolpersteinen zum Jüdischen Mahnmal in der Kurhausstraße und zur Mahnwache am Gebäude der jüdischen Gemeinde in der Bahnhofstraße will sich der „Zug der Erinnerung“ bewegen. Von dort aus startet eine Demonstration entlang weiterer Gedenkpunkte zum Platz vor dem Winckler-Bad. Auf diesem Weg sollen bei Zwischenkundgebungen weiterer Opfer des Naziterrors gedacht werden.

 Mit Rede- und Musikbeiträgen vor dem Winckler-Bad soll von 15 bis 20 Uhr der Bogen zur Gegenwart geschlagen werden. Zum Lernen aus der Vergangenheit gehöre auch das aktive Eintreten für die Demokratie, heißt es vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“. Das Winckler-Bad, als Symbol der Neonazipropaganda, soll so vom aktuellen Neofaschismus, der sich seit 2006 am Bad formiert, befreit werden.

 Zwar überschneidet sich damit die geplante Demonstrationsroute des Bündnisses mit der angezeigten Route der Neonazis an diesem Tag, doch ist deren Aufmarsch noch nicht genehmigt. Eine Genehmigung der Neonazi-Demonstration des selbst ernannten „Gedenkbündnisses“ sei ohnehin fragwürdig, hieß es beim Plenum des Bündnisses am Donnerstagabend im Bad Nenndorfer Parkhotel.

 Aufgrund des straffällig gewordenen Umfeldes des Demonstrations-Anzeigers habe der Landkreis gute Gründe, den Neonazi-Aufmarsch zu verbieten. Jürgen Uebel zählte sie beim Plenum noch einmal auf: Beleidigung, Bedrohung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Aufruf zur Körperverletzung. Alles dokumentierte Straftatbestände der vergangenen Demonstration des „Gedenkbündnisses“ am 3. August.

 „Wir erwarten etwas vom Landkreis und vom Innenministerium. Die Behörden haben das zu verbieten“, empörte sich Klaus Strempel, Leiter des Mehrgenerationenhauses „Alte Polizei“ in Stadthagen. Um Rückendeckung vom Innenministerium in dieser Sache habe sich das Bündnis bereits am Donnerstag mit einem Brief bemüht, bemerkte Uebel. In dem Schreiben an den Landtags-Ausschuss für Inneres und Sport heißt es, dass aus Bündnissicht der geplante Neonaziaufmarsch am 2. November eine Fortsetzung des sogenannten Trauermarsches“ vom 3. August ist. Die dort von den Neonazis begangenen Straftaten sollten in aller Einzelheit vom Ministerium dem Landkreis vorgelegt werden. Damit soll der Landkreis bei seiner Bewertung auch ein Verbot des „Gedenkbündnis“-Aufmarsches in Betracht ziehen können. Landtagsabgeordneter Karsten Becker (SPD) hält es jedoch für fragwürdig, dass dieses Vorgehen von Erfolg gekrönt wird. Schließlich sei der Anzeiger des „Gedenkbündnisses“ bisher noch nicht negativ bei den sogenannten „Trauermärschen“ aufgefallen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg