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Zweiter Prozess um Todesfahrt am Karfreitag

Bad Nenndorf/Bückeburg / Gericht Zweiter Prozess um Todesfahrt am Karfreitag

Der mutmaßliche Todesfahrer von Bad Nenndorf kämpft um seine Freiheit. Mehr als 16 Monate nach dem Unfall auf der Bundesstraße 442, dem drei Menschen zum Opfer gefallen waren, beginnt am Dienstag, 16. August, um 8.30 Uhr die Berufungsverhandlung vor dem Bückeburger Landgericht. Die Sitzung ist öffentlich.

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Bad Nenndorf/Bückeburg (ly). Im ersten Prozess hatte das Schöffengericht Stadthagen den Rentner (65) aus Hohnhorst Ende Januar zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Zunächst legten Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegen die Entscheidung Berufung ein. Später zog die Anklagebehörde ihr Rechtsmittel zurück. Höher als in erster Instanz kann die Strafe damit nicht mehr ausfallen. Bewährung ist allerdings nur bis zu maximal zwei Jahren möglich.

Zwischen Kreuzriehe und Bad Nenndorf hatte der Rentner am Karfreitag vergangenen Jahres in seinem 200-PS-Roadster bei Gegenverkehr einen BMW überholt, besetzt mit fünf Insassen. Vor einer langgezogenen Linkskurve bahnte sich die Katastrophe an.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 65-Jährigen riskantes und rücksichtsloses Verhalten vor. Nach dem Überholmanöver soll der Hohnhorster so dicht vor der Limousine eingeschert sein, dass deren Fahrer (30) nach rechts auf den Grünstreifen ausweichen musste, die Kontrolle verlor und der Wagen gegen einen Baum prallte.

Durch den Unfall verlor der Familienvater aus Suthfeld an jenem verhängnisvollen 2. April seine Frau (24), deren Schwester (16) sowie einen zwei Jahre alten Sohn. Er selbst und eine dreijährige Tochter überlebten verletzt. Vor Gericht tritt der Mann als Nebenkläger auf.

Ihm gegenüber wird der Angeklagte sitzen. Dieser hatte im ersten Prozess die Schuld von sich gewiesen und sinngemäß erklärt, im Moment des Überholvorgangs habe der Familienvater Gas gegeben. Der Roadster des Rentners war nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mindestens 130 Stundenkilometer schnell.
Dies, so der Angeklagte im ersten Prozess, sei jedoch „eine aufgezwungene Geschwindigkeit“ gewesen. Abgedrängt haben will er den anderen Wagen ebenfalls nicht. Mehrere Zeugen hatten ausgesagt, dass der Rentner bereits vorher im Ausflugsverkehr zwei Autos riskant überholt habe. Nach dem Unglück war er weitergefahren.

Dass der Hohnhorster den Unfall bemerkt hat, ließ sich im ersten Prozess nicht nachweisen. Deshalb war er in diesem Punkt freigesprochen worden. Der Schuldspruch lautete damals auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung in jeweils drei Fällen sowie Gefährdung des Straßenverkehrs.

Richter Jens Rass, Vorsitzender der jetzt zuständigen Berufungskammer, hat zunächst drei Sitzungstage anberaumt, 13 Zeugen und drei Gutachter geladen. Ein Sachverständiger ist vom Gericht bestellt, zwei weitere sind Gutachter der Verteidigung. Die Nebenklage ist mit drei Rechtsanwälten vertreten.

Erneut dürfte nicht nur der Gerichtssaal voll sein, sondern auch der Zuschauerraum. Bereits beim ersten Prozess hatte der tragische Fall großes Medien- und Publikumsinteresse ausgelöst. Das Urteil soll Ende August verkündet werden.

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