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Böller gegen Luftpistole

Böller gegen Luftpistole

Jahreswechsel mit gerichtlichem Nachspiel: Als ihm der Böllerlärm der Nachbarn an Silvester zu viel wurde, griff ein Haster kurzerhand zur Luftpistole und feuerte mehrere Schüsse durch das Küchenfenster der Böllerwerfer.

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Haste. Weil er dabei einen 20-jährigen mit einem Metallprojektil am Rücken verletzte und die Fensterscheibe beschädigte, musste sich der 24-Jährige nun vor Gericht verantworten. Ein Strafverteidiger stand dem jungen Mann nicht zur Seite. Schon äußerlich war deutlich, dass dort zwei höchst unterschiedliche Nachbarn vor Richter Andreas Feldhaus traten: Der Geschädigte, ein auszubildender Industriekaufmann im Anzug, traf auf einen gepiercten Angeklagten in Jeans und T-Shirt. Von Beruf ist er Erntehelfer.

Die Animositäten hatten anscheinend schon einen Tag vor Silvester begonnen. Der Erntehelfer schilderte vor Gericht, wie sein Nachbar ihn mit Böllern beworfen habe, als er seinen Hund ausführte. Staatsanwalt und Richter gingen darauf nicht weiter ein.

Am späten Silvesternachmittag eskalierte die Situation gegen halb sechs. Der Beschuldigte lag nach seinen Angaben mit 39 Grad Fieber auf dem Sofa vor dem Fenster, unter dem draußen die Böller der Nachbarn aus dem Küchenfenster landeten. Weil er sich bedroht gefühlt habe, schnappte er sich seine samt Munition gebraucht gekaufte Luftpistole und schoss mehrfach in das etwa dreieinhalb Meter entfernte, offene Küchenfenster gegenüber. Er habe in dem Raum nur schemenhaft Personen erkannt, sagte der Mann.

Der Geschädigte, von einem Treffer in den Rücken überrascht, drehte sich um und schloss das Fenster, das danach noch drei Schüsse durchlöcherten. Im gegenüberliegenden Fenster konnte er zwei Personen erkennen, die er der herbeigerufenen Polizei beschrieb.

Die Beamten hatten die Luftpistole beim Schützen schnell sichergestellt, als sie ihm am selben Abend einen Besuch abstatteten. Für den Schaden an der Scheibe kam der 24-Jährige auf, eine Entschuldigung für die Prellung am Rücken des Geschädigten blieb aus.

Nach Meinung des Staatsanwalts hat der Angeklagte bei der „gefährlichen Körperverletzung“ mit „bedingtem Vorsatz“ gehandelt – acht Monate Haft zur Bewährung und 100 Euro für den Geschädigten hielt er für angemessen. Mit Verurteilungen wegen Drogenbesitzes, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte von 2014 ist der Angeklagte kein unbeschriebenes Blatt. Der Richter entschied sich dennoch nur für eine siebenmonatige Haftstrafe zur Bewährung mit Auflagen. 250 Euro muss der 24-Jährige an den Geschädigten zahlen.

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