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Das Opfer ist für immer gezeichnet

Neuneinhalb Jahre Haft für Mordversuch in Haste Das Opfer ist für immer gezeichnet

Eine Narbe im Gesicht wird einen 33-Jährigen aus Pattensen immer an einen Tag im Oktober 2014 erinnern, der sein letzter hätte sein können. „Er ist für sein Leben gezeichnet“, sagt Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender des Bückeburger Schwurgerichts.

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Quelle: Symbolfoto: dpa

Haste/Bückeburg (ly). Der Mann (33), der dem Opfer die Narbe mit einem Messer zugefügt hat, ist jetzt zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, unter anderem wegen versuchten Mordes.

Unter dem Vorwand, über das Internet Computer für 3300 Euro verkaufen zu wollen, hatte er den Programmentwickler in seine Haster Wohnung gelockt. Nachdem die Männer mehr als eine Stunde lang in angenehmer Atmosphäre Kaffee getrunken hatten, zeigte der Hausherr, ein wiederholt vorbestrafter Betrüger mit jahrelanger Knasterfahrung, sein wahres Gesicht. Er zog ein Faustmesser und drohte: „Wenn Du hier lebend raus willst, gibst Du mir jetzt das Geld.“ Außerdem sei jemand vor dem Haus des Pattensers, „der sich um Deine Familie kümmert“.

Der Täter hielt den anderen Mann von hinten fest und drückte ihm das Messer in den Nacken. Danach ließ er sich Handy, Portemonnaie und Autoschlüssel geben, nahm das Opfer in den Würgegriff, schlug ihm mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Als der Pattenser fliehen wollte, stach der Haster kurz vor der Haustür mehrfach zu. Die Folge: Schnitt- und Stichwunden.

Dem verletzten Mann gelang es, das Haus zu verlassen. Er wurde jedoch verfolgt und zu Boden gerissen. Erneut stach der Angreifer mehrfach zu, traf diesmal aber nicht. Dann ließ der Täter sein Opfer laufen, schickte ihm kurze Zeit später aber eine Nachricht aufs Handy: „Denk an Deine Family.“ Er selbst flüchtete mit dem fremden Auto und brach in ein Haus ein, wo er 1500 Euro erbeutete und sich einige Zeit aufhielt. Zur Festnahme kam es später in Hannover.
Das Opfer hätte tot sein können. Nur haarscharf hatte die Klinge des Messers die Leber verfehlt. Das Gericht geht davon aus, dass der Mann umgebracht werden sollte, um die vorausgegangene räuberische Erpressung zu vertuschen, ein sogenannter Verdeckungsmord. Als Motiv gilt Geldmangel. Der Haster war pleite. Seiner Verlobten hatte er vorgegaukelt, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. Das Opfer hat keine Vorstrafen und geht einer geregelten Arbeit nach.

Im Prozess hatte der Angeklagte behauptet, nicht er, sondern der Besucher habe ein Messer gezogen und angegriffen. Dagegen spricht die Tatsache, dass das Opfer Abwehrverletzungen an den Händen hatte, der Täter jedoch unverletzt geblieben war. Zum Verhängnis wurde ihm außerdem die Handy-Nachricht. „Es ist unwahrscheinlich, dass jemand, der gerade Opfer einer Messerattacke geworden ist, den Täter anschließend bedroht“, erklärte Richter Kütemeyer.
Gegen das Urteil ist noch Revision möglich. Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum hatte zwölfeinhalb Jahre Haft gefordert, Verteidigerin Anne Deneke keinen konkreten Antrag gestellt. In einem parallelen Verfahren hat sich der Angeklagte bereit erklärt, dem Opfer 4000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. 

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