Haste (tes). MZum Lernen ist man nie zu alt: So lautet die Devise des Vollblutmusikers, der schon mit Jürgen Drews, Nicki, Bill Ramsey, Chris Andrews und den Lords auf der Bühne gestanden hat. Wer in den Unterrichtsstunden mit Frau Bleise den Ton angibt, war Göbel jedoch schnell klar. „Hilde, die Wilde“ sei eine Frau, die weiß, was sie will. Im Moment ist es das Volkslied „Alle Tage ist kein Sonntag“.
Gesagt, getan. Die Möglichkeiten des Instruments sind unbegrenzt, die Motivation der Musikschülerin ebenso – von klassischen Werken bis hin zum Big-Band-Sound. Die Unterstützung der Familie ist ihr gewiss: „Meine Kinder sind begeistert“, strahlt Bleise.
Ihr Ehemann hatte ihr das Saxophon zum 85. Geburtstag geschenkt. Das war im November und schon heute kann sie dem Instrument wohlklingende Töne entlocken. Ihr Lehrer ist voll des Lobes: „Genial, was Frau Bleise in so kurzer Zeit geschafft hat“, betont Göbel, Ihr Gehör sei so gut, dass sie umgehend mit der korrekten Lippenspannung reagiere und den richtigen Ton treffe.
Die Liebe zur Musik erwachte früh in der Berlinerin. Als Kind spielte sie Akkordeon. Doch das Instrument sei ihr in den Kriegswirren von russischen Soldaten abgenommen worden, berichtet sie. Später probierte sie es mit der Klarinette. Doch der gelernten Schneidermeisterin und langjährigen Gastronomin mit Betrieben in Garbsen und im Oberharz blieb bisher kaum Zeit, ein Instrument zu erlernen. Jetzt im Ruhestand erfüllt sie sich diesen Wunsch, nimmt Unterricht bei Göbel und übt Zuhause jeden Tag zwei Stunden.
„Das macht ungeheuer viel Spaß“, ermutigt die Bad Nenndorferin auch andere, ihre Vorhaben zu verwirklichen. Auch Profimusiker Göbel erfüllte sich einen Traum als er 1990 seine MMS (Musik macht Spaß)-Musikschule gründete. Heute unterrichtet er im ehemaligen Raiffeisengebäude an der Hauptstraße Schüler im Alter zwischen drei und 85 Jahren unter dem Namen „music and more“.
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