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Eine Ausrede hat ausgedient

Eindrücke aus der ersten Brücken-Zeit Eine Ausrede hat ausgedient

 Die Haster und Hohnhorster haben die ersten knapp zwei Wochen ohne Bahnschranken – abgesehen von den Schranken an der Strecke Haste-Hannover – hinter sich. Und die Eindrücke sind bislang rundweg positiv. Wen wundert’s? Schließlich sind gerade in Haste die vor- und nachmittäglichen Staus Geschichte.

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Nur noch Kleinigkeiten stören: An der Hohnhorster Brücke steht ein Hinweis auf den Ortsteil Scheller, an der Haster Brücke fehlt er.

Quelle: gus

Haste/Hohnhorst.  Margit Götzlaff, Sprecherin des Wirtschaftsforums Haste, verweist speziell auf die Zeiten um 17 Uhr herum, als es vor der Eröffnung der Bahnbrücken nahezu immer Staus auf der Hauptstraße gegeben hatte. Dies behinderte nicht nur Kunden von Gewerbetreibenden auf ihrem Weg zu den Geschäften. Auch das Ein- und Ausparken gestaltete sich schwierig.

 „Es ist alles entspannter geworden“, bilanziert Götzlaff ihre ersten Eindrücke. Die Apothekerin hofft auch, dass Menschen aus dem Umland, beispielsweise aus Nordbruch und Rehren, häufiger den Weg nach Haste finden, nachdem sich diese bisher von den Schranken hatten abschrecken lassen. Noch sei es aber zu früh, um die Entwicklung zu bewerten. Wie sich die Verkehrsströme verändern, sollen die nächsten Monate zeigen.

 Hohnhorsts Bürgermeister Wolfgang Lehrke bewertet die Situation ähnlich. „Mir ist bislang nur Positives zugetragen worden“, sagt der Rehrener. Es kämen allerdings auch Fragen hinsichtlich der ausstehenden Restarbeiten auf, die bis August dauern sollen. Für die Gemeinde Hohnhorst ist da in erster Linie die Sanierung des Friedhofswegs von Interesse. Denn diese sollte eigentlich in zeitlichem Zusammenhang mit dem Ausbau des Kornwegs erfolgen.

 Der Kornweg ist so gut wie fertig, und das Unternehmen Papenburg, das den Ausbau vorgenommen und auch den Auftrag für den Friedhofsweg bekommen hat, soll in Kürze zur Tat schreiten. Ebenfalls wichtig für die Gemeinde Hohnhorst aber auch für Haste ist die Frage nach der möglichen Einrichtung einer Einbahnstraße im Bereich der Grundschule Haste. Straßenreparaturen werden dort ebenfalls noch erwartet.

 „Alles super“ attestiert Hastes Bürgermeister Sigmar Sandmann. Er sei die Brücken schon mehrfach abgefahren und habe die neuen Vorteile genossen. „Für die Bewohner des Baugebiets Haste West bringt das besonders viel“, so Sandmann. Aber auch insgesamt seien die Erwartungen der Bürger Hastes erfüllt worden – wobei die Bewohner der Waldstraße nach dem Ende der Bauarbeiten jetzt wieder mit dem von früher bekannten Verkehrsaufkommen leben müssen.

 Ein Manko hat Sandmann indes bereits ausgemacht: Bei der Abfahrt von der Haster Brücke in Richtung Waldweg fehlt ein Hinweis auf den Hohnhorster Ortsteil Scheller. Er geht davon aus, dass dieser noch angebracht wird. Götzlaff weist zudem auf die Radfahrer hin, die jetzt in den Tunneln absteigen sollen, auf den Brücken aber möglicherweise auch nicht gut aufgehoben sind. „Das wird sich einspielen“, sagt die Sprecherin des Wirtschaftsforums – die neue Haster Entspanntheit.

 Eine Ausrede fällt jetzt aber definitiv weg: Bislang beteuerten Menschen häufig, dass sie nur wegen der Wartezeit an den Schranken unpünktlich zu einem Termin oder zur Schule gekommen seien. Der Satz „Ich hab an der Schranke gestanden“ dürfte aus dem Haster Wortschatz recht bald gestrichen werden.

Von Guido Scholl

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