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Grünkohl garniert mit Politik und Kultur

Haste / Grünkohlessen Grünkohl garniert mit Politik und Kultur

„Essen ist fertig“ soll einer Redewende zufolge Gott nach Erschaffung des Ruhrgebiets gesagt haben. Und das waren auch die Worte, die bei der Eröffnung des diesjährigen Grünkohlessens im voll besetzten Bürgerhaus für beste Stimmung sorgten. Humor gehört zu diesem Höhepunkt im Haster Veranstaltungskalender ebenso dazu wie das Aktuellste aus Politik und Gemeinde.

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Ansturm auf den Kohl: Das Team von Fleischermeister Veit Rauch hat angerichtet.

Quelle: tes

Haste (tes). Ein Rezept mit nachhaltiger Wirkung. Ob Wirtschaftsforum, Vereine, Jung und Alt: Der Einladung der Haster Runde folgten dieses Jahr so viele wie nie zuvor. 152 Karten verkauften Heinrich Holstein und sein Team. Die Warteschlange erreichte imposante Ausmaße. Fleischermeister Veit Rauch und seine Mitarbeiterinnen hatten alle Hände voll zu tun. Galt es doch, einen Zentner Grünkohl, kiloweise Kassler und Bauchfleisch sowie über 200 Würstchen unters Volk zu bringen.

Bürgermeister Sigmar Sandmann freute sich, „einen so prall gefüllten Saal zu sehen.“ In der Dorfgemeinschaft spiele die Haster Runde eine zentrale Rolle, dankte er für deren Engagement und tatkräftige Hilfe bei der Pflege der Feldsteine und Ehrenmale. Auch beim Besuch des Fürsten habe die Runde den Ort Haste gut vertreten. Mit Plakaten beklagte sie den Zustand des Bahnhofsgebäudes. Über Hastes Grenzen hinaus ist der fachkundige Rat der Heimatchronisten gefragt. Werner Tatge, stellvertretender Bürgermeister von Bad Nenndorf, suchte Rat bei Holstein für ein Referat seines Enkels. Bei der Archivierung der Heimatgeschichte kommt die Arbeitsgruppe gut voran. Der Schrank, den die Gemeinde dafür zur Verfügung stellte, sei bereits restlos gefüllt, berichtete Holstein.

Für den diesjährigen Expertenvortrag wurde eigens eine Frauenquote eingerichtet. In einem Vortrag über das Brauchtum in den Dörfern gewährte die „aus Funk und Fernsehen bekannte“ Sophie Mensching wenig romantische Einblicke in heimatliche Traditionen. Der Spruch „Liebe vergeht, Hektar besteht“ dokumentierte, dass Ehen noch vor 100 Jahren reine Versorgungsgemeinschaften waren. Dabei seien „Schaumburger Frauen günstig in der Unterhaltung“ gewesen, berichtete sie.

Gemeindirektor Heinrich Bremer informierte über die Fortschritte bei Bahnübergang, der geplanten Überführung, Fußgängertunnel, Lärmschutzmaßnahmen und Bahnhof. Da die düsteren Prognosen für den Haushalt nicht eingetroffen seien, bleibe genug in der Rücklage, um anstehende Maßnahmen zu schultern. Nicht erfreulich sei jedoch der Hundekot auf den Gehwegen und der Unrat rund um die Container am Festplatz, appellierte Bremer an alle Bürger, Beobachtungen zu melden. Die Gemeinde will den Verursachern so mit ordnungsamtlichen Maßnahmen beikommen.

„Wo Menschen sind, wird gestritten“, sucht Schiedsmann Eike Loos immer den außergerichtlichen Weg. Der Bedarf steigt. Mit Stellvertreter Volker-Dietrich Maemecke will er 18 Fälle im Jahr schaffen. „Das Grünkohlessen ist wie ein kleines Volksfest“, erkannte Loos darin „gelebte Kultur“. Als Dechant Stefan Bringer zum Haster Grünkohllied anstimmte, sang der ganze Saal begeistert: „Wer jetzt noch schlechte Laune hat, der hat nicht richtig mitgemacht.“

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