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Haster Krach

Bauausschuss-Sitzung Haster Krach

In der Einwohnerfragestunde nach der Bauausschuss-Sitzung hat sich Hastes Bürgermeister Sigmar Sandmann am Montagabend heftiger Kritik stellen müssen. Sogar Verunglimpfungen bekam er an den Kopf geworfen – Sandmann ertrug es mit stoischer Ruhe, bot sogar ein Treffen am Sonnabend zur Klärung an.

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Der Dorn des Anstoßes: Dieses stachelige Gewächs versperrt Autofahrern die Sicht auf den Weg neben der B 442.

Quelle: gus

Haste. Bereits im November war Sandmann harschen Attacken ausgesetzt gewesen. Worum ging es? An der Einmündung des Reddinger Bruchs in die Ortsdurchfahrt (B442) behindert ein immergrüner Strauch die Sicht auf einen Weg neben der Bundesstraße. Dem Beschwerdeführer zufolge droht dort Gefahr, weil Radfahrer die Strecke benutzen, obwohl es sich nicht um einen Radweg handelt. Auch von überhängenden Zweigen war die Rede. Autofahrer könnten sich nur mühsam vortasten, um niemanden zu gefährden, wenn sie in die B442 biegen wollen.

Das Problem hatte der Mann bereits bei der konstituierenden Ratssitzung Anfang November angeprangert, Sandmann hatte seinerzeit angekündigt, dass sich der Bauausschuss die Stelle anschauen wird. Nun räumte er ein, dass seither nichts in der Angelegenheit geschehen ist, was den Beschwerdeführer auf die Palme brachte.

Sandmann verliert nur kurzzeitig die Ruhe

Mehrfach ging er Sandmann an, unterstellte ihm, er verfahre nach Gutsherrenmanier und kenne sich in Haste nicht aus. Dort ist der Sozialdemokrat nun seit elf Jahren Bürgermeister. Sandmann verlor nur kurzzeitig die Ruhe: Als ihn der Bürger erinnerte, er habe gesagt, dass er sein Amt als Hobby begreife. So ein Hobby könne man auch mal am Wochenende ausüben. „Danke, dass Sie mir vorschreiben, wie ich mein Hobby auszuüben habe“, entgegnete Sandmann, der dann aber wieder auf Vermittlung zu setzen versuchte.

Doch es gelang ihm nicht, den Mann zu besänftigen. Dass der Bauausschuss die Stelle erst im Frühjahr aufsuchen werde, weil es dann abends hell ist, schmeckte dem Bürger gar nicht. Den Vorschlag, am Sonnabendvormittag gemeinsam mit dem Bürgermeister die Einmündung zu begutachten, nahm er zwar an, bezeichnete Sandmann kurz darauf aber als „Fliegenfänger“.

Vorwürfe für den gesamten Ausschuss

Auch der gesamte Ausschuss musste sich Vorwürfe anhören. Weil sein Anliegen noch nicht geklärt sei, müsse er kommende Woche eine Beschwerde gegen die Gemeinde anstrengen, damit eine wichtige Frist nicht verstreiche, sagte ein anderer Bürger. Gemeindedirektor André Lutz erwiderte, dass der Landkreis zu der Sache – es geht um ein privates Bauvorhaben – noch nicht Stellung bezogen hat. Ausschussvorsitzender Frank Prietzel (CDU) versicherte, sobald dies geschehen sei, werde die Gemeinde den Bürger kontaktieren.

Eine Anwohnerin des Reddinger Wegs kritisierte erneut eine Temposchwelle an der Straße. Ob die Gemeinde sich nichts Besseres ausdenken könne, fragte die erboste Frau mehrfach. Sandmann kündigte auch ihr an, dass der Bauausschuss die Stelle besichtigt. Es gebe aber Anhänger und Gegner der Baumaßnahme, weshalb er nicht versprechen könne, dass diese rückgängig gemacht wird. Zufrieden war die Hasterin damit nicht. gus

 

 

Befremdlich

Ein Kommentar von Guido Scholl

Was sich Sigmar Sandmann zuletzt in öffentlichen Sitzungen gefallen lassen musste, ist befremdlich. Zugegeben: Die Mühlen mahlen bisweilen zu langsam. Und Kritik ist gut. Aber den Bürgermeister wegen einer angeblich wuchernden Hecke gleich zu beschimpfen, geht zu weit. Solche Ausfälle beschädigen das Ehrenamt. Zumal die Gemeinde in der Sache wohl ohnehin nicht viel tun kann. Die Hecke steht auf Privatgrund und ist beileibe kein Ungetüm. Mehr als ein Appell an den Besitzer wird kaum drin sein. Aber es gibt eine simple Lösung: Die Autofahrer müssen langsam an die Kreuzung heranfahren. Das dürfte nicht schwerfallen, befindet sich doch wenige Meter davor eine Temposchwelle.

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