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„Kahlschlag“ am Mittellandkanal

Dammsicherheit „Kahlschlag“ am Mittellandkanal

Die Uferseiten längs des Mittellandkanals zwischen Haste und Sachsenhagen laden viele Besucher zum Spazieren und Flanieren ein. Einige staunten daher nicht schlecht über den zum Teil sehr radikalen Rückschnitt der Sträucher und Bäume an den Uferrändern, vor allem bei Naturschützern herrschte Unmut über die als wahren „Kahlschlag“ empfundene Maßnahme.

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Die Ufer des Mittellandkanals zwischen Haste und Idensen sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern beheimaten ebenso eine Vielzahl an Bäumen und Sträuchern. Nach dem sicherheitsbedingten Rückschnitt haben die Behörden bereits einige Ausgleichsmaßnahmen veranlasst.

Quelle: kle

Haste. Die Rodungsarbeiten waren jedoch notwendig zur „Herstellung der Dammsicherheit“, wie Thorsten Wenig von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in Lohnde auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Ausgleichsmaßnahmen seien bereits erfolgt.

 Seit einigen Jahren gebe es neue Vorgaben für die Standsicherheit an Dämmen. Darin ist genau festgelegt, welches Mindestmaß ein Damm im Querschnitt haben muss – beispielsweise in Höhe, Breite und Neigung –, damit Bäume, Sträucher und deren Wurzelwerk nicht zur Gefahr werden. Wo die Dämme entlang des Mittellandkanals nur das Mindestmaß erreichten oder es sogar unterschritten, waren die Rodungsarbeiten erforderlich.

 „Problematisch für den Damm ist einerseits die Durchwurzelung und andererseits die Windlast, welche durch die Baumkrone erzeugt wird“, so Wenig. Wenn ein Baum beispielsweise durch starken Wind umgerissen wird, besteht die Gefahr, dass gleich das ganze Wurzelwerk herausgerissen wird. „Die dabei entstehenden Löcher im Damm beeinträchtigen die Dammsicherheit massiv und sind deshalb vorbeugend zu vermeiden.“ Schon die Durchwurzelung selbst kann sich negativ auf die Dichtigkeit des Dammes auswirken.

 Die Bäume auf der Nordseite wurden bereits Anfang 2014 im Februar gefällt, weitere Arbeiten folgten 2015 und Anfang dieses Jahres. „Die letzten Stubbenrodungen konnten termingerecht vor Beginn der Brut- und Setzzeit abgeschlossen werden“, berichtet Wenig. „Diese Arbeiten wurden von einer ökologischen Baubegleitung überwacht.“ Aktuell laufen noch Restarbeiten auf der Nordseite des Mittellandkanals. Unter anderem kommt Saatgut auf die Dammböschung. „Es enthält bestimmte Gräser, aber keine Kräuter, um ein Verdrängen der standorttypischen Kräuter zu vermeiden.“

 Die genannten Rodungsarbeiten erforderten selbstverständlich entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Diese hat die WSV bereits „in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden in Schaumburg und der Region Hannover“ planen und ausführen lassen. Außer Neupflanzungen und Vermeidungsflächen wurden auch künstliche Quartiere für Fledermäuse und Nisthilfen für Brutvögel angelegt. Auf der Südseite des Mittellandkanals haben die Behörden zudem eine 9000 Quadratmeter große Fläche in der Gemarkung Idensermoor-Niengraben, direkt am Kanal, gekauft und aufgeforstet. „Auf weiteren kleineren Flächen wurden Einzelbäume in Gruppen in Dammfußnähe gepflanzt“, sagt Wenig. Eine weitere größere Aufforstung gab es auf der Nordseite neben dem Düker der Rodenberger Aue, eine letzte ist für eine Fläche bei Idensen vorgesehen, die sich derzeit im Kauf befindet. Die Bepflanzung ist für Herbst geplant.  kle

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