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Kommune zahlt Kiesräumung

Entlastung des Haster Sporthallendachs Kommune zahlt Kiesräumung

Sie hat für lautstarke Debatten gesorgt: Die Solaranlage auf dem Dach der Haster Sporthalle. Jetzt ist das Thema heimlich, still und leise abgehakt worden – die Samtgemeinde muss Kies vom Dach der Sportstätte entfernen, und zwar auf eigene Kosten.

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Die Solaranlage auf der Halle erzeugt seit fast sechs Jahren Strom aus Sonnenenergie – fünf Jahre dauerte der Streit um den Kies.

Quelle: Jörg Müller

Haste. Die Nachricht darüber war kaum mehr als eine Notiz am Rande einer Ausschusssitzung. Doch damit wird der Schlusspunkt hinter einen seit Januar 2010 schwelenden Streit gesetzt. Seinerzeit war die Haster Turnhalle gesperrt worden, weil darauf zu viel Schnee lag. Eigentlich hätte die Konstruktion den Schnee schon tragen können, doch seit Frühjahr 2009 befand sich eine Photovoltaikanlage mit vier Tonnen Gewicht auf dem Dach. Nach beträchtlichem Schneefall wurde die Last im Januar 2010 schließlich zu groß – bei gut 200 Kilogramm pro Quadratmeter lag die Grenze. Im Vorfeld des Anlagenbaus hätte entsprechend Kies entfernt werden müssen, um mehr „Puffer“ für große Schneemassen zuschaffen. Trotz Hinweisen aus dem Bauamt blieb dies aber aus.

 Die Betreibergemeinschaft der Anlage wies die Schuld ebenso von sich wie die Firma, die die Sonnenstrom-Module installiert hatte. Im Rathaus wollte ebenfalls niemand die Verantwortung übernehmen. So landete die Sache vor Gericht. Die Entscheidung: Die Samtgemeinde als Eigentümer der Halle muss den Kies vom Dach holen und die Kosten für die Räumung übernehmen.

 Gregor Krumpholz, Ingenieur beim Bauamt der Samtgemeinde, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, dass der Kies eigentlich aus zwei Gründen auf der Halle liegt: Einerseits wegen des Brandschutzes, denn unter anderem hält die Schicht im Notfall Funkenflug ab. Zweitens soll sie das UV-Licht blocken und somit eine frühe Alterung des Daches verhindern.

 Der UV-Schutz der Steine wird jetzt nicht mehr benötigt, dies besorgt die Solaranlage. Ein Gutachten hat Krumpholz zufolge außerdem ergeben, dass die umliegenden Gebäude weit genug entfernt sind, um auch den Brandschutzaspekt auszuklammern.

 Dem Entfernen des Kieses stand insofern nichts im Wege, doch wer dafür aufkommen sollte, musste erst ein Gericht entscheiden. Krumpholz betonte, dass zu keinem Zeitpunkt ein erhöhtes Risiko für den Sportbetrieb bestand. Die Dächer aller Sporthallen in der Samtgemeinde werden nach seinen Angaben bei Schneefall beobachtet. Sobald die Lasten zu groß werden, schreite eine Dachdeckerfirma zur Tat und beseitige den Schnee. Der Grenzwert für die Haster Halle sei entsprechend dem Gewicht der Photovoltaik-Konstruktion herabgestuft worden.

 Noch ruht der Kies aber weiter auf dem Dach in Haste. Ein Termin für die Räumung wird erst bestimmt, wenn der Haushalt für 2015 beschlossen und genehmigt ist. Dies soll spätestens im Mai der Fall sein. Wie teuer das Unterfangen wird, ist offen, Krumpholz geht von „moderaten Kosten“ aus. gus

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