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Mehr als 500 Besucher bei Samuel und Samuel

Bewegende Konzertlesung Mehr als 500 Besucher bei Samuel und Samuel

Im Rahmen der „Mai-Light“-Zeltwoche in Haste – organisiert von der Martinsgemeinde Hohnhorst – haben die beiden Künstler Samuel Harfst und Samuel Koch für bewegende Momente und ein prall gefülltes Martinszelt gesorgt.

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Samuel Koch (Mitte) liest aus seinem Buch „Zwei Leben“. Unterstützt wird er von Hedda Specht, Schülerin der CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. Sänger Samuel Harfst lauscht ebenfalls den ausgewählten Texten.

Quelle: ar

Haste. Auf der gemeinsamen, restlos ausverkauften Konzertlesung hat Harfst mit seiner Band das neue Album „Schritt zurück“ vorgestellt. Koch hat aus seinem ersten Buch „Zwei Leben“ einige Textpassagen präsentiert.

 Koch, der bei einer spektakulären Wette bei „Wetten dass...?“ im Dezember 2010 schwer verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist, erschien zunächst allein auf der Bühne. Mit einem zarten, ein wenig schelmischen Lächeln und leiser Stimme begrüßte er die Zuhörer mit einem „Hallo, Haste!“ – und erntete schon damit frenetischen Beifall. Förmlich spürbar waren die große Achtung und der Respekt des Publikums vor dem Mut des 27-Jährigen, seinen Weg nach diesem Schicksalsschlag öffentlich zu gehen und dieses Buch zu schreiben.

 Im Wechsel mit Sänger Harfst und dessen Band, deren Lieder mal schwungvoll und mal nachdenklich daherkamen, trug er seine Texte vor, zeitweise untermalt von bewegender Klaviermusik. Dazwischen plauderten die beiden immer wieder – entspannt im Sessel sitzend – charmant über Dinge, die sie bewegen.

 Die Stimmung war heiter, besonders, wenn Koch in schöner Regelmäßigkeit feststellte: „Die sind lustig, die Hasterinnen und Haster!“ Oder als er erzählte, wie er seinen kleinen Zeh wieder haben bewegen können und dies gleich mit dem Handy aufgenommen habe.

 Er schilderte auch seine mentale Entwicklung. Wie er nach dem Unfall vom Nicht-Akzeptieren der Situation zu der Einsicht gekommen sei: „Du wirst nie wieder laufen können.“ Nachdem er immer wieder um Heilung gebetet habe, sei ihm eines Tages der Gedanke gekommen, dass Gott etwas anderes mit ihm vorhabe. Er wisse nur noch nicht was.

 Er sei immer auf der Suche nach Optimierung, gab er dem Publikum preis. „Man ist nie fertig mit seiner Entwicklung.“ Für ihn sei aber klar, dass der Wert eines Menschen nicht von dessen Nützlichkeit abhängig ist. Er regte zum Nachdenken an über das Streben nach Besitz oder die Frage, was normal ist.

 „Ich habe keine Lösung dafür, wie man mit einer Situation wie meiner umgeht“, bekannte er. Aber Glaube und Zuversicht seien hilfreich. „Man sollte nicht an dem verzweifeln, was man nicht sieht.“

 Er selbst ist wieder aktiv geworden: Nach der erfolgreichen Schauspielprüfung wurde er festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt und schreibt gerade an seinem zweiten Buch.

Von Andrea Riekena

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