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Noch keinen Cent bekommen

Familie wartet nach Enteignung zwei Jahre auf Geld Noch keinen Cent bekommen

Gut zwei Jahre nach ihrer Enteignung steht die Haster Familie Geni noch immer ohne Entschädigung da. In Kürze soll aber Geld fließen, verspricht die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die lange Wartezeit sei einem komplizierten Verfahren geschuldet.

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Vor mehr als zwei Jahren wurde unter Polizeischutz ein Grundstücksteil an der Waldstraße abgeräumt.

Quelle: Archiv

HASTE. Am 5. Dezember 2014, einem eiskalten Freitag, konnte es den Arbeitern gar nicht schnell genug gehen, als sie im Auftrag der Landesbehörde einen etwa 35 Quadratmeter großen Teil des Grundstücks der Genis an der Waldstraße abräumen sollten. Dutzende Polizisten sicherten den Einsatz ab, weil wegen des langwierigen Streits, der der Enteignung vorangegangen war, mit Störaktionen der Genis gerechnet wurde. Außerdem sollten sollte sichergestellt werden, dass niemand verletzt wird.

Störversuche blieben aber aus. In großer Eile bauten die Männer der Familie sogar noch einen Carport ab, der sonst ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht worden wäre. Ziel der Aktion war es, Platz zu schaffen für die Anbindung der neuen Bahnbrücke an die Waldstraße. Mittlerweile sind seit anderthalb Jahren Autos auf dieser Strecke unterwegs, und der Bereich wirkt, als habe es die Enteignung nie gegeben.

Finanziell fühlt sich das für die Genis genauso an, wie sie gegenüber dieser Zeitung erklärten. Kein Cent sei bisher als Entschädigung geflossen, und das nach etlichen Treffen, Telefonaten und Briefen. Allmählich vermutet die Familie, dass sie wegen ihrer Auseinandersetzung mit den Behörden hingehalten wird und am Ende möglicherweise gar kein Geld sieht.

Bis zu 20 000 Euro waren der Familie vor Jahren für die Ecke ihres Grundstücks geboten worden. Deutlich mehr als der Wert der Parzelle – selbst mit Zaun und Carport. Die Genis wollten aber nicht verkaufen. Experten gehen davon aus, dass sich die Familie damit selbst geschadet hat. Nach der Enteignung war von knapp 10 000 Euro die Rede, die die Genis nun noch erwarten können. Denn eine Enteignungskommissarin beim Innenministerium sollte den wahren Grundstückswert feststellen und auf der Basis ein neues Angebot machen.

Das ist auch bereits geschehen, doch nach Angaben Markus Brockmanns, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, zieht sich das gesamte Verfahren in die Länge, weil auf dem Weg zur Einigung mehrere Vermittlungsversuche scheitern müssen, ehe die Enteignungsbehörde die Entschädigungssumme festlegen kann. Dabei sei viel Schriftverkehr zu bewältigen. Mehrfach sei ein Mitarbeiter der Landesbehörde in Haste zu Besuch gewesen, um mit den Genis zu verhandeln. Auch eine genaue Vermessung musste erst noch erfolgen.

Brockmann versichert, dass es nun nicht mehr lange dauern kann, bis die Summe ausgezahlt wird. Wie hoch sie ausfällt, mag Brockmann nicht abschätzen. Er könne auch verstehen, dass die Genis mittlerweile ungeduldig werden. Die Struktur des Verfahrens ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar, räumt er ein.

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