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Neues Konzept für ÖPNV Schwieriges Unterfangen

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist immer wieder Thema leidenschaftlicher Debatten und rückt durch den demografischen Wandel immer weiter in den Fokus.

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Vier Hauptbuslinien sollen ab 2020 die Samtgemeinden Nenndorf, Rodenberg und Lindhorst durchziehen.

Quelle: dpa

Haste. Matthias Kahle (SPD), Ingenieur und Mitglied im Samtgemeinderat Bad Nenndorf, hat sich darüber Gedanken gemacht und ein neues ÖPNV-Konzept für den östlichen Teil des Landkreises Schaumburg erdacht. „Es ist zwar noch nicht ganz fertig“, räumt er ein, „aber wir haben einen Ansatz erstellt, wie man es machen könnte.“ Ende 2015 sollen Anträge bei den betreffenden Gemeinden eingehen, um das Konzept auf dem Weg zu bringen.

Vier Hauptbuslinien sollen demnach ab 2020 die Samtgemeinden Nenndorf, Rodenberg und Lindhorst durchziehen, die, je nach Bedarfsfall, von Verstärkerlinien und Ergänzungsverkehr unterstützt werden können. Der Clou: An den Taktknoten soll eine Verknüpfung von Bahn und den verschiedenen Linien und damit ein fließender Übergang sichergestellt werden. „Aktuell ist im Nahverkehr kaum etwas vertaktet“, sagt Kahle.

„Außerdem passen sich die Buslinien dem Schülerverkehr an, nicht dem normalen Pendler.“ Das soll sich ändern: „Es wird aber immer weniger Schüler geben“, prognostiziert Kahle. Entsprechend müsse man den ÖPNV neu ausrichten. Um das zu erreichen, sollten die Schulanfangszeiten „entzerrt“ werden. Heißt: Die Schulen würden nicht mehr zur ungefähr gleichen Zeit beginnen. So könnte beispielsweise ein Bus mehrere Schulen am Morgen anfahren, ohne dass die Schüler zu spät kommen. „Damit könnten wir die gleichzeitig fahrenden Busse reduzieren und hätten somit mehr finanzielle Kapazitäten für andere Bereiche“, erklärt der Ingenieur.

Die Idee ist allerdings nicht neu. „Daran haben wir auch schon gedacht, aber viele Schulen sagen, dass sie aus pädagogischen Gründen die Stundenpläne nicht ändern können“, sagt Knut Utech vom Amt für Wirtschaftsförderung, Regionalplanung und ÖPNV des Landkreises Schaumburg.

Außerdem gebe es beträchtliche rechtliche Hürden für das Konzept zu meistern. Die angedachten Linien von Kahle würden unterschiedliche Genehmigungsinhaber betreffen. Denn die vier Nahverkehrsanbieter in Schaumburg haben für ihre eigenen Linien Konzessionen beim Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen beantragt. Diese werden zwar alle acht Jahre neu vergeben, „wenn man sie aber einmal inne hat und nichts falsch läuft, bleiben sie auch in dem Besitz des Unternehmens“, wie Utech erklärt.

„Damit verdienen sie letztendlich ihr Geld“, so der Verwaltungsangestellte weiter. Entsprechend sei es „ vermutlich sehr schwierig“ die Nahverkehrsanbieter dazu zu bewegen, ihre Linien so anzupassen, dass das Konzept von Kahle greifen könnte. js

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