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Treibjagd wohl der Auslöser

Wildschwein bricht ein Treibjagd wohl der Auslöser

Das Wildschwein, das kurz vor Weihnachten in Haste das Kellerfenster eines Wohnhauses durchbrochen hat, ist seit Tagen Gesprächsthema Nummer eins im Ort.

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Wildschweine verirren sich immer häufiger in Wohngebiete.

Quelle: dpa

Haste. Darüber, was genau das Tier dazu getrieben hat, können Experten nur mutmaßen. Eine Verbindung zu der Treibjagd der Landesforste im Haster Wald liegt nahe, lässt sich aber nicht nachweisen.

 Hermann Platte, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Schaumburg, findet den Vorfall ungewöhnlich. Dass ein Wildschwein durch eine Glasscheibe springt und auf demselben Weg wieder flüchtet, habe er noch nicht erlebt. Die einzige logische Erklärung wäre ein Autounfall mit einem Wildschwein, der sich am selben Tag zugetragen haben soll. „Es könnte sein, dass das Tier danach nicht mehr ganz klar im Kopf war“, so Platte.

 Der Haster Heiner Wrede war selbst bei der Jagd dabei und bewertet die Sache etwas anders. Zwar räumt der einstige Förster und Jagdleiter ein, dass ein durchschlagenes Kellerfenster selbst für Wildschweine kurios ist. Doch den Auslöser vermutet er eindeutig bei der Treibjagd. „Wir haben dann jedes Jahr Wildschweine im Ort“, sagt Wrede. Diesmal sollen sogar welche durch die Bahnunterführung gelaufen sein.

 Auch Bürgermeister Sigmar Sandmann vermutet einen Zusammenhang mit der Treibjagd. Dass nach jedem Ereignis dieser Art Wild in den Ort läuft, wollte er zwar nicht bestätigen, aber: „Wenn wir Wildschweine im Ort haben, dann nach Treibjagden.“ Seine Familie sei vor einigen Jahren auch einmal betroffen gewesen, allerdings wühlten die Tiere da nur im Garten. Dass Wildschweine in Haste ein Haus verunstalten, habe er bislang nie gehört.

 Wrede geht davon aus, dass es sich bei dem Kellerfenster-Wildschwein nicht um einen Keiler gehandelt habe. „Der hätte durch das Fenster nicht durchgepasst“, meint er. Platte und Wrede unterstreichen die Notwendigkeit der Jagd – gerade mit Blick auf die wachsenden Populationen. „Sonst gäbe es noch mehr Unfälle mit Wild“, betont Platte. Ganz zu verhindern sei es nicht, dass sich Waldtiere in Siedlungen verirren. Warum solche Ereignisse zunehmen, sei schwer zu erklären. Bei der Jagd am 19. Dezember wurden nach Informationen dieser Zeitung 33 Wildschweine und 39 Rehe erlegt.

 Schützen können sich Anwohner bei Waldgebieten wohl nur mit Zäunen und Mauern. „Der wichtigste Schutz ist ein stabiler, intakter Zaun mit einbetonierten Pfeilern“, rät der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Wildschweine können bis zu 1,50 Meter hoch springen, weshalb der Zaun mindestens diese Höhe haben sollte. Damit die Tiere sich nicht unter dem Zaun durchwühlen, muss er 40 Zentimeter ins Erdreich ragen.

 Aber manchmal hilft auch das nicht: Anfang Dezember gab es in Schiersheim im Rhein-Neckar-Kreis einen Vorfall, bei dem ein Wildschwein zwei Rentner von deren Fahrrädern stieß. Beide trugen Verletzungen davon. gus

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