Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Vermummte erbeuten Fahne

Maibaum-Kabbelei in Wilhelmsdorf Vermummte erbeuten Fahne

Die Polizei hat am späten Sonnabendabend beim Maibaumaufstellen in Wilhelmsdorf eingreifen müssen, nachdem 15 vermummte Gestalten versucht hatten, das Traditionssymbol abzusägen, und bei ihrem Überfall eine Fahne entwendeten.

Voriger Artikel
Auch für Späher gibt es Grenzen
Nächster Artikel
Forstweg-Anlieger gegen Straßensanierung

Noch ist die Welt in Ordnung: Die Wilhelmsdorfer bringen ihren Maibaum in Position.

Quelle: PR.

Die Beamten ermittelten erfolgreich und brachten die Fahne zurück – ein Verfahren wurde aber nicht eingeleitet.

 Friedlich und harmonisch war das Maibaumpflanzen der Wilhelmsdorfer Jungen am Pfingstsonnabend verlaufen – zumindest bis 23 Uhr. Doch die Teilnehmer waren gewarnt: Im Jahr 2011 hatten Störenfriede aus Rehren versucht, den Maibaum abzusägen, und 2013 waren Ohndorfer auf diese Weise zur Tat geschritten. „Mit ihren Angriffen in Wilhelmsdorf waren sie kläglich gescheitert“, betont Wilfried Wlotzka.

 Das diesjährige Aufstellen mündete zunächst in eine gesellige Runde am Grill. Doch gegen 23.10 Uhr wurde es turbulent: 15 junge Leute mit dunklen Kapuzenpullovern und Schals vor den Mündern fuhren mit einem Pritschenwagen durch den Haster Ortsteil – die Wilhelmsdorfer merkten schnell, dass sie es auf den Baum abgesehen hatten, denn sie waren mit Äxten und Sägen ausgerüstet.

 Vier der dunkel gekleideten Besucher verstellten die Eingangstür zum Gemeinschaftshaus, holten eine Vereinsfahne der Wilhelmsdorfer Jungen vom Mast und wollten den Maibaum absägen. Daran hinderten sie aber einige Wilhelmsdorfer. Die Vermummten flüchteten mit der Fahne, aber ohne das Licht an ihrem Fahrzeug einzuschalten. Dennoch gelang es den Bestohlenen, das Kennzeichen zu notieren.

 Wegen der Vielzahl der Angreifer war den Wilhelmsdorfern der Vorgang nicht ganz geheuer, sodass sie die Polizei verständigten. Innerhalb von zehn Minuten trafen zwei Streifenwagen ein. Anhand des Kennzeichens gelang es den Beamten, die Maibaum-Angreifer zu ermitteln und die Vereinsfahne zurückzubringen.

 Dafür dankten die Wilhelmsdorfer den Polizisten. „Die Maibaumwache wurde natürlich verstärkt“, so Wlotzka. Woher die Angreifer diesmal kamen, war am Dienstag nicht zu klären. Die Polizei hatte die Personalien nicht im offiziellen Einsatzbericht notiert. Allerdings könnten sie von der anderen Seite des Kanals stammen, da sie ein hannoversches Kennzeichen am Pritschenwagen hatten.

 Die Polizei befindet sich bei solchen Einsätzen auf schwierigem Terrain. Nach Worten des Einsatz- und Streifendienstleiters Steffen Arndt ordneten die Polizisten den Vorfall am Wochenende als Brauchtumsveranstaltung ein. Strafverfahren wurden gegen die Angreifer nicht eingeleitet.

 Doch das Geschehen in Wilhelmsdorf befand sich im Grenzbereich. „15 dunkel gekleidete Personen mit Äxten und Sägen, das kann jemand schon in den falschen Hals kriegen, wenn er sich mit dem Brauchtum nicht auskennt“, so Arndt. Gerade in der heutigen Zeit sollten alle Beteiligten an solchen Aktionen mit Augenmaß vorgehen – Stichwort Terrorangst.

 Dass Arndts Kollegen am Wochenende besonnen reagierten, lag wohl daran, dass die Beamten um die Maibaum-Aktivitäten in den Dörfern wussten. Auch sonst wird die Polizei nicht oft mit Maibaum-Angriffen konfrontiert. „Bis jetzt ist es die absolute Ausnahme, dass wir zu solchen Einsätzen gerufen werden“, betont Arndt.

 „Schabernack ist okay, wenn alles im Rahmen bleibt“, sagt der Nenndorfer Polizeibeamte. Dies gelte auch bei Abi-Streichen und ähnlichen Veranstaltungen. Ob am Sonnabend alles im gesetzlichen Rahmen geblieben ist, mag Arndt nicht kommentieren, da die Flucht im unbeleuchteten Auto nachträglich nicht zu beweisen ist. „Jeder sollte sich im Klaren darüber sein, dass schnell Straftatbestände vorliegen können, beispielsweise Sachbeschädigungen“, mahnt Arndt. Auch körperliche Auseinandersetzungen können böse Folgen haben. Die Sache in Wilhelmsdorf sei aus Sicht der Polizei nun aber erledigt. gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr