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Haste Widerstand gegen „Mauer“
Schaumburg Nenndorf Haste Widerstand gegen „Mauer“
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13:46 21.06.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Haste/Hohnhorst

Im Haster Bauausschuss wurden diese Fragen thematisiert. Mehrere Zuhörer kritisierten, dass den Anliegern der Straße Am Loh von geplanten Mehrfamilienhäusern die Sicht genommen werden soll. Von einer maßvollen Bebauung könne keine Rede sein. Planer Matthias Reinold sprach die Möglichkeit an, die Gebäude so weit es geht von den bestehenden Häusern weg nach Süden abzurücken, was jedoch nicht alle Bedenken ausräumte. Der Ingenieur betonte aber auch: Es sei noch nichts in Stein gemeißelt.

Eine Anwohnerin sagte, dass im Prinzip eine „Mauer“ an die jetzige Siedlungsgrenze gebaut wird. Auch das Thema zusätzlicher Verkehr im Bereich der Schulwege wurde mahnend angesprochen. Bürgermeister Sigmar Sandmann wies darauf hin, dass Tempo 30 gilt, sodass ein hohes Maß an Sicherheit der Grundschüler gewährleistet ist. Ferner störte es Einwohner des Wohngebiets Haste West, dass ihnen einst das Einhalten eines Grünstreifens auferlegt wurde, den neuen Bauherren aber nicht.

Zu wenig Wohnraum in Haste

Sandmann strich heraus, dass die Gemeinde nicht ausreichend Wohnraum hat, um alle Anfragen bedienen zu können. Daher sei das gemeinsame Neubaugebiet zu begrüßen – auch weil das bisherige Ausweisen solcher Areale bei Haste nicht zu einer Bevölkerungsexplosion geführt habe. Die Einwohnerzahl sei eher konstant gehalten worden.

Auch CDU-Sprecher Fabian Heine hielt das Vorhaben für eine gute Sache. Aber die Zahl der Mehrfamilienhäuser an der Straße Am Loh sollte geringer ausfallen. Dort sind sechs von acht Mietshäusern eingezeichnet. Ihm schlossen sich Christine Rosenthal und Wilfried Wlotzka (SPD) an.

Reinold zufolge eignet sich das Zielgebiet ideal für Wohnbebauung, weil es nahe am Haster Bahnhof liegt. Bauflächenkontingente gibt es dort auch bereits, sie wurden aber bislang nicht abgerufen und sollen nun erweitert werden.

Der erste Entwurf sieht zwei ringförmige Straßenverläufe vor. In der Mitte befinden sich ein Grünstreifen und ein Regenrückhaltebecken. Frank Prietzel (CDU) regte an, zwischen den beiden Ringstraßen eine zweite Straßenverbindung zu schaffen. Reinold war aber der Ansicht, eine Verbindung reiche aus. Auch die Lage des Regenbeckens spreche gegen eine zweite Durchfahrt.

Veränderung der Gemarkungsgrenze

Nur die Parzellen im nordöstlichen Teil des Gebiets liegen Stand jetzt auf Haster Grund und Boden. Die Gemarkungsgrenze soll aber in einem anderen Verfahren so verändert werden, dass die gesamte Nordhälfte des Baugebiets zu Haste gehören würde und die südliche zu Hohnhorst.

Insgesamt acht Mehrfamilienhäuser sind geplant, sieben davon befinden sich auf Haster Gebiet – auch ohne Neuziehung der Gemarkungsgrenze. Dieses Areal eigne sich am ehesten für größere Gebäude, weil sich nordöstlich davon auch zweigeschossige Häuser befinden. Und die Gebäudehöhen sollen sich an jenen der Häuser in der direkten Umgebung orientieren. 70 Baugrundstücke sollen es insgesamt sein. Welche Vorgaben beispielsweise für die Dachneigungen erlassen werden, soll sich Reinold zufolge im jetzt gestarteten Verfahren herausstellen. gus