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Bürgerprotest stoppt Kräne und Containerzüge

Hohnhorst / Bürgerversammlung Bürgerprotest stoppt Kräne und Containerzüge

Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegen das dient dem Klima- und Umweltschutz und verspricht neue Arbeitsplätze. So hat der Investor Weets Bahn Transport (WBT) kürzlich in der Bürgerversammlung für den Bau einer Container-Umladestation am Bahnübergang an der Hohnhorster Hauptstraße geworben. Der damit verbundene Lärm und die Einschnitte ins Landschaftsbild alarmierten die Anlieger.

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Harald Schaper (von links) und Sylvia Gallwitz übergeben die Unterschriftenliste an Bürgermeister Otto Lattwesen und den Bauausschussvorsitzenden Rudolf Früke. © tes

Hohnhorst (tes). Diese können jetzt aufatmen. Das Projekt ist vom Tisch. Der Bauausschuss sprach sich vor großem Publikum im Dorfkrug gegen den Antrag aus. Die Pläne des Investors hatten im Dorf für Unruhe gesorgt. Sylvia Gallwitz von der Dorfgemeinschaft glaubte erst an einen Aprilscherz, als sie in unserer Zeitung erstmals von dem Umschlagplatz gelesen habe. Nach dem Informationsabend startete sie eine Unterschriftenaktion.

420 Bürger haben sich darin gegen den Container-Bahnhof ausgesprochen. Bei der Übergabe an den Bauausschussvorsitzenden Rudolf Früke fühlten sich die Lokalpolitiker in ihrer Einschätzung bekräftigt. Zuvor hatten sie gemeinsam mit Anliegern die Umladestation in Wolfsburg besichtigt, um sich ein Bild davon zu machen, was auf Hohnhorst zukommen könne. Zwar liege diese Anlage mitten in der Gleisanlage und sei als Verladestation für Volkswagen anders konzipiert, doch das Urteil fiel eindeutig aus.

„Das war eine Katastrophe“, verwies Harald Schaper auf die kreischende Hydraulik und die Pieptöne der navigierenden Kräne. „Der Krach wäre noch ein Dorf weiter zu hören“. Für Gerald Schaper ein Grund um wegzuziehen. Für den leiseren Elektrokran müssten drei Gleise gebaut werden. Durch die große Betonfläche gehe zu viel Ackerland verloren, monierte Konrad Schwake, Ratsherr der Freien Wähler Hohnhorst.

Schallschutz und die auf fünf Meter Höhe und mindestens 600 Meter Länge gestapelten Container täten ihr Übriges. „Die Hohnhorster Landschaft würde versaubeutelt“, brachte es Wilfried Steege auf den Punkt. Auch die vom Investor in Aussicht gestellten 20 bis 30 Arbeitsplätze in Hohnhorst hätten sich wohl nicht bestätigt, berichtete der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Lehrke: In Wolfsburg gibt es insgesamt 14 Beschäftigte.

Diese wären in Hohnhorst teuer erkauft worden durch die Verschandelung des Ortsbildes. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Anfrage handelte und nach der Besichtigung der komplette Bauausschuss Nein gesagt habe, sei kein Ratsbeschluss mehr nötig, erklärte Bürgermeister Otto Lattwesen. Den Antrag gar nicht erst zu prüfen, wäre jedoch keine zulässige Option gewesen, verwies er auf die geringe Wirtschaftskraft der Gemeinde. Wenn nun auf die Gewerbesteuer verzichtet werde, müssten die Einnahmen womöglich aus anderer Quelle fließen, wie einer Straßenausbaubeitragssatzung.

In Bezug auf die Umladestation kann Lattwesen jetzt „mit ruhigem Gewissen“ sagen: „Das ist nicht das Richtige für uns und sprengt den dörflichen Rahmen.“ Er werde den Investor über die Absage zu informieren. Feierstimmung im Publikum war die Folge. Der Ausschussvorsitzende freute sich über die Bürgerbeteiligung bei der Entscheidungsfindung: „Danke für das Engagement für Hohnhorst.“

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