Hohnhorst (tes). Die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange führten nicht zu einer Änderung der Planung. Die erforderlichen Ausgleichsflächen sollen in Zusammenhang mit der Renaturierung der Rodenberger Aue zwischen Mühle und Kanal geschaffen werden. Wie in einer Vereinbarung mit den Gemeinden Haste und Hohnhorst festgehalten, übernimmt der Investor, Grundbesitzer und Bauunternehmer Heinz-Konrad Rohrßen die Kosten für die Bauleitplanung.
Nicht nur bei dem CDU-Ratsherrn hatte in der Sitzung zuvor die überraschende Kehrtwende der SPD-Fraktion für Unverständnis gesorgt. Deren Vertreter hatte, entgegen seinem Votum im Hohnhorster Rat, im Planungs- und Umweltausschuss der Samtgemeinde unerwartet gegen die Entwurfszustimmung für die Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt. Die Folge: Das ganze Projekt und zwei Jahre Planungsaufwand standen auf der Kippe. Eine Aussprache war nicht möglich, weil SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Lehrke die folgende Hohnhorster Ratssitzung scheinbar ohne Entschuldigung verlassen hatte. Seine Situation sei schlecht, räumte dieser jetzt ein. Ich habe zugestimmt und später meine Meinung geändert. Erst im Nachhinein seien durch den Bürgerbrief viele wach geworden. Kritikpunkte seien eine vertragliche Absicherung, dass der Investor alle Kosten übernimmt, sowie die Sorge um Infrastruktur und Arbeitsplätze in Haste, falls ein zweiter Verbrauchermarkt ensteht. „Diese Punkte wollten wir noch mal diskutieren“, erklärte Lehrke. Nachdem die Finanzierung geklärt sei, gab er noch zu bedenken: „Ich sehe kein öffentliches Interesse an diesem Gewerbegebiet, aber daran, dass die Bahnüberführung kommt. Deshalb stimmen wir jetzt wieder zu.“ Seinen vorzeitigen Abschied aus besagter Sitzung habe er jedoch gegenüber dem Bürgermeister angekündigt. Zwar konnte dieser sich daran nicht erinnern, mahnte aber zur Verständigung. Dass der Bebauungsplan im Geheimen abgehandelt worden sei, ließ Lattwesen nicht auf sich sitzen. Ankündigungen der Sitzungen standen in der Zeitung. Zwar sei Inhaltliches zumeist nur Teil der Unterrichtung gewesen, aber in zwei Ausschuss- und einer Ratssitzung sei darüber beschlossen worden. „Es ärgert mich, wenn Kritiker nicht kommen und offen Fragen stellen“, vermisste er diese erneut im Publikum. Zudem habe das Interesse an einem Verbrauchermarkt nichts mit dem Bebauungsplan zu tun.
Für den Bebauungsplan fehlt jetzt noch ein entsprechender Beschluss aus Haste, der dort am Montag im Rat beraten wird. Investor Rohrßen ist erleichert und hofft noch für Ende 2010 mit dem Start des Projektes. „Ich bin nicht nachtragend. Aber die zweimonatige Verzögerung hat mich Geld gekostet.“ Auch der mögliche Betreiber des Netto-Marktes frage mittlerweile nahezu täglich nach, wann es mit dem Gewerbegebiet vorangehe.
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