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Doppelt gemoppelt?

60 Bäume zwecks Öko-Ausgleichs gepflanzt Doppelt gemoppelt?

Es gibt wieder einmal Diskussionen um die Rehrener Benjeshecke am Mittellandkanal.

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Die Benjeshecke sorgt weiter für Aufsehen.

Quelle: gus

Rehren. Waren es zuletzt die nicht mehr erwünschten Kompost-Lieferungen, die Naturschützern übel aufstießen, ist es jetzt eine gewissermaßen doppelte Ausgleichsmaßnahme an der Stelle.
Anlass sind die Arbeiten der Wasserschifffahrtsverwaltung (WSV) zur Sicherung der Uferbereiche des Mittelandkanals. Für die abgeholzten Bäume musste die WSV laut Gesetz einen Ausgleich schaffen, was in Form von Neupflanzungen geschah – Hunderte Bäume und Sträucher  stehen jetzt auf mehreren Flächen.

60 dieser Bäume fanden im Innenbereich der Benjeshecke Platz. Doch Naturschützer fragen sich, worin der ökologische Nutzen bestehen soll. Karl-Heinrich Meyer von der Naturgruppe der Dorfgemeinschaft Rehren stellt den Sachverhalt so dar: Es sind vorhandene Büsche und Bäume an der Benjeshecke entfernt worden, um Platz für die Obstbäume zu schaffen. „Wer sagt denn, welche Bäume wertvoller sind?“, fragt sich Meyer. Das entstandene Biotop hätte sich besser in Ruhe weiterentwickelt.

Er stutzt umso mehr, weil der Bereich, den die mehrere Hundert Meter lange Benjeshecke umsäumt, einst ebenfalls zu Ausgleichszwecken angelegt wurde – der Kanalbau selbst war dafür ausschlaggebend. Insofern wird auf einer bereits vorhandenen Ausgleichsfläche ein erneuter Ausgleich für einen weiteren Eingriff in die Natur vorgenommen.

Allerdings verhindern die neuen Obstbäume auch, dass Autos in den Innenbereich des Benjeshecken-Saums fahren können. Dies könnte helfen, die nach wie vor nicht gänzlich unterbundenen Anlieferungen von Kompost aus den umliegenden Orten zu reduzieren. Ein Schild verbietet dies sogar ausdrücklich.

Über viele Jahre war der gesamte Bereich quasi als inoffizieller Grünschnitt-Ablageplatz genutzt worden, was eine Zeit lang sogar förderlich für die Entwicklung der Benjeshecke war. Doch seit der Abschaffung der Brenntage wird die Grünschnitt-Entsorgung für Freizeitgärtner wieder größer. Und die Kommunen haben dafür bislang noch keine Lösung gefunden, die alle zufriedenstellt.

Jedoch versperrt auf dem kürzesten Weg auch ein Tor die Anfahrt zur Benjeshecke. Wer dort Abfall abladen möchte, muss schon den exponierten Weg auf dem Kanaldamm nehmen – was wiederum seitens der Schifffahrtsverwaltung verboten ist.  gus

Eine Hecke, die von selbst wächst

Der Begriff Benjeshecke geht auf Hermann Benjes zurück, der in den achtziger Jahren Hecken schaffen wollte, die allein aus Samenflug und Vogelausscheidungen entstehen. Ursprung ist eine Totholzkonstruktion, in der sich die Samen fangen und in der die Vögel nisten sollen.

Nach und nach entstehen dann Sträucher und Bäume, die im Verwuchs mit dem Totholz irgendwann eine geschlossene Hecke bilden. So wie der Ring am Mittellandkanal bei Rehren. Kompost wird dort nicht mehr benötigt: Naturschützer warnen sogar vor Negativeinflüssen. gus

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