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Folgenreicher Sprung über den Himalaya

Rehren A. R. / Vegetation Folgenreicher Sprung über den Himalaya

Im vergangenen Jahr war in der Gemarkung Rehren wenige hundert Meter nördlich der L 449 in Kooperation von Landkreis, den Gemeinden Hohnhorst und Haste, dem Unterhaltungsverband Nr. 53 und dem Land Niedersachsen mit EU-Mitteln ein Vorzeigeprojekt im Rahmen des Renaturierungskonzeptes Rodenberger Aue umgesetzt worden: Aus dem gemeinsamen „Ökopool“ der Gemeinden Haste und Hohnhorst für Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiete wurde hier ein Rückzuggebiet für Flora und Fauna geschaffen – und sich selbst überlassen.

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Gegen das indische Springkraut können sich heimische Pflanzen kaum durchsetzen.

Quelle: tes

Rehren A.R. (tes). Angesiedelt hat sich ein Einwanderer, der heimische Pflanzen bedroht: das indische Springkraut.

Die bis zu 2,50 Meter hohe Zierpflanze wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Himalaya-Gebiet eingeführt und schaffte den „Sprung über den Gartenzaun“ durch Samenflug, auf dem Wasserweg aus Gärten und Parkanlagen, durch die Entsorgung von Gartenabfällen in der freien Landschaft und direkte Aussaat durch Imker. Seinen Namen verdankt das Springkraut der Art der Verbreitung. Diese erfolgt über Samen, die bis zu sieben Meter aus der Frucht herausgeschleudert werden. Zudem sind die Samen so schwimmfähig, dass sie über Fließgewässer weite Wege zurücklegen können. Beste Bedingungen bot die Rodenberger Aue. Heimische Pflanzen, wie Brennnesseln, haben das Nachsehen.

„Die einheimische Fauna wird verdrängt“, erklärt Karl-Heinz Meyer im Namen der Naturschutzgruppe Rehren. Durch das flächendeckende Auftreten erdrückt das Springkraut die standortgerechte Vegetation, die auch eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für viele Tiere bietet.

Im Gespräch mit dem Landkreis, Gemeinde, Jagdgenossenschaft und dem Unterhaltungsverband 53 als Eigentümer der Fläche habe die Gruppe jetzt bewirkt, die Fläche extensiv bewirtschaften zu dürfen. Das bedeutet: ohne Nährstoffzufuhr oder Einsatz von Pestiziden und ohne die standorttypische Vegetation zu verändern. Kein leichtes Unterfangen, aber der erste Schritt ist getan: „Wir haben erreicht, dass wir die Fläche in den nächsten Jahren so pflegen können wie wir wollen“, sieht Meyer die Naturschutzgruppe auf einem guten Weg. Die Naturschützer planen, die Wiese zu mähen und Erlen zu pflanzen, die das dominante Springkraut runterdrücken.

Ein „Erlen-Auenwald“ und die Aussaat von weiteren standortgerechten Pflanzen biete neben der Ufersicherung ein Zuhause für Bienen und weitere heimische Insekten, verdeutlicht Meyer das Ziel der 15 Naturschützer: eine „Kulturlandschaft“ zu schaffen, wo sich Kiebitze, Rebhuhn und der Storch niederlassen. Mit einer „Eisvogelwand“ soll darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) auf der Riepener Seite der Aue eine Brutstätte geschaffen werden.

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