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Hohnhorst / Rodenberger Aue

Für Renaturierung ziehen alle an einem Strang


Fast unbemerkt hat in der Gemarkung Rehren A.R. wenige hundert Meter nördlich der L449 am Ufer der Rodenberger Aue die Mittelweser Tiefbau mit der Fortsetzung des Renaturierungskonzeptes begonnen.

Pläne mit Vorbildwirkung: Matthias Dornbusch (von links), Otto und Cord Lattwesen sowie Polier Hermann Thiesing freuen sich über den gelungenen Baustart.

© tes

Hohnhorst (tes). Auf einer Länge von fast einem Kilometer werden 19000 Kubikmeter Boden abgetragen, Überflutungsbereiche zur Entwicklung einer Sekundäraue geschaffen, eine Verwallung auf Höhe der Uferböschung errichtet und Bäume als Strömungslenker eingepflanzt.

Die Maßnahme beruht auf einer Kooperation zwischen dem Landkreis als Träger, den Gemeinden Hohnhorst und Haste, dem Unterhaltungsverband Nr.53 und dem Land Niedersachsen. Mit Blick auf anstehende Bauprojekte erwarben die Gemeinden etwa drei Hektar Acker- und Grünland an der Aue, für die im Zuge der Bauleitplanung ein Ökopool angelegt wurde, der den Gemeinden für Ausgleichsmaßnahmen in Form eines Punktekontos gutgeschrieben wurde. Im Gegenzug stehen diese Flächen dem Landkreis für die Umsetzung der Renaturierung zur Verfügung.

„Eine Win-Win-Situation für alle“, nannte Matthias Dornbusch vom Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft des Landkreises die Vorteile für Gemeinden und Eigentümer von Uferflächen, die so verhindern, dass die Aue weiterhin ihr Land wegspült.

Durch Abgrabungen bis zwei Meter unter dem Gelände entsteht eine Umflut, die Hochwasser aufnehmen soll. Auch ein Zugang zum Wasser wird verwirklicht – ein Wunsch im Rahmen der Dorferneuerung in Rehren. Landwirt Cord Lattwesen erklärte sich bereit, überflüssigen Bodenaushub auf seinen angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu verwerten. Die Gesamtkosten können so auf etwa 110000 Euro begrenzt werden. Die Finanzierung trägt zu 90 Prozent das Land Niedersachsen aus Mitteln des Fließwasserprogramms und der EU. Den verbleibenden Eigenanteil übernehmen der Landkreis zu sieben Prozent und der Unterhaltungsverbamd 53 zu drei Prozent.

„Wir hoffen auf eine Initialzündung“, verwies Dornbusch auf die Vorbildwirkung für geplante Maßnahmen in Schaumburg und im Unterlauf (Region Hannover) und Oberlauf (Hameln-Pyrmont der Aue. Hervorzuheben sei die gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Genehmigungsbehörden, der Landwirtschaft und den Eigentümern, lobte Dornbusch „die zügige Abwicklung von Planung und Gesprächen mit den Eigentümern über Otto Lattwesen.“ Die Maßnahme wäre sonst viel teurer geworden oder hätte deutlich kleiner ausfallen müssen.
Wenn das Wetter hält, kann das Projekt in vier Wochen abgeschlossen sein. „Jetzt ziehen alle an einem Strang“, freute sich Lattwesen über das gelungene Projekt zum Ende seiner Amtszeit als Hohnhorster Bürgermeister.

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