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Gestatten, Häuptling Nana Kofi II

Hohnhorst Gestatten, Häuptling Nana Kofi II

Im voll besetzten Saal des Hohnhorster Gemeindehauses haben die Besucher zum Auftakt der Frauenabendsaison den Erzählungen von Fritz Pawelzik gelauscht, ebenfalls bekannt unter dem Namen Häuptling Nana Kofi II.

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Fritz Pawelzik – alias Häuptling Nana Kofi II – begeistert die Zuhörer beim Frauenabend in Hohnhorst.

Quelle: ar

Hohnhorst. Der Deutsche war ursprünglich Bergmann in Herne und hat viele Jahre für den CVJM in der ganzen Welt gearbeitet. „Nur nicht in Australien“, erklärte der 85-Jährige. Zur Einstimmung gab es für die Besucher ein Begrüßungsgetränk und ein musikalisches Vorprogramm mit Glady Kruszyna, die mit ihrer Stimme alle verzauberte. Das Organisations-Team hatte sogar eine scharfe afrikanische Suppe mit Erdnüssen zubereitet. Dann gehörte der Abend Häuptling Nana Kofi II.

 Vor 16 Jahren hatten ihn die Ashanti, ein Kriegervolk in Ghana, zu ihrem Oberhaupt gewählt. Seine böse Ahnung, zu einer Opfergabe zu werden, bestätigte sich nicht. Man hatte ihn überfallen und in das Lager der Ashanti gebracht, weil der alte Häuptling gestorben war und die Königinmutter Pawelzik als Mann schätzte, der Schulen baute und mit den Kindern betete.

 Er musste diese Wahl annehmen, sonst hätte er den Ort nicht lebend verlassen. Sein afrikanischer Name bedeutet übersetzt Papa („Nana“) und Freitag („Kofi“), weil er an diesem Tag geboren wurde. Mit Anekdoten gespickt und immer mit einem Gemisch aus afrikanischer Feinsinnigkeit und flottem Ruhrpottdeutsch auf den Lippen, waren die Erzählungen Pawelziks kurzweilig, heiter und oft sehr tiefgründig.

 Bedenklich sei für ihn gewesen, dass man ihm auch 36 Frauen zum Geschenk gemacht hatte. Seine Frau sei eine emanzipierte Finnin. Die verstünde keinen Spaß, wenn sie plötzlich die Nummer 37 sei, habe er bei seiner Ernennung eingeworfen. Anekdoten wie diese gab Pawlezik mit Augenzwinkern zum Besten. Auf seine Frage, was denn seine Aufgabe als König sei, bekam er die Antwort „Adidas“. Erst die Übersetzung machte es verständlich: „Adi“ bedeutet Essen, „das“ heißt schlafen in der Sprache der Ashanti.

 Pawelziks Leitspruch ist das aber eigentlich nicht. So nutzt er jede Gelegenheit, die Menschen an seinem Wissen und seinem Glauben teilhaben zu lassen. Er hält Vorträge an Universitäten, war bereits im TV zu sehen und sucht Gespräche mit Gleich- und Andersdenkenden. Tief beeindruckt von Nana Kofi II beendeten die Frauen und einige männliche Zuhörer den Abend mit Liedern und dem vom Ashanti-Häuptling gesprochenen Segen. Viele nutzten danach noch die Chance, mit dem Gast einige Worte zu wechseln, begleitet von den abschließenden Worten in Twi, der Sprache der Ashanti: „Onyame mti – Gott ist bei Dir.“ ar

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