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Haft für Bankräuber von Rehren

Täter soll weitere Überfälle begangen haben Haft für Bankräuber von Rehren

Fünf Monate nach einem Überfall auf die Filiale der Volksbank im Hohnhorster Ortsteil Rehren hat das Jugendschöffengericht Stadthagen den Täter, einen Heranwachsenden (20) aus dem Landkreis Nienburg, zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt.

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Symbolbild

Quelle: dpa

HOHNHORST/STADTHAGEN. „Ich gehe davon aus, dass noch ein paar Jahre dazukommen“, spielte Richter Kai Oliver Stumpe darauf an, dass bei Gerichten in Nordrhein-Westfalen weitere Anklagen anhängig sind.

Eine davon betrifft einen Tankstellenüberfall in Minden. Dort hatte ein zunächst unbekannter Mann Anfang März 2015 mit vorgehaltener Waffe rund 850 Euro Bargeld und vier Stangen Zigaretten erbeutet. Für diesen Fall ist das Landgericht in Bielefeld zuständig. Angeklagt sein soll der Räuber von Rehren sowie vier weitere Männer. Mit einem Überfall auf die Volksbank-Filiale in Rinteln-Steinbergen, begangen Ende Februar 2016, wird der 20-Jährige ebenfalls in Verbindung gebracht.

 Opfer wurde in Toilette eingesperrt

Zurück nach Rehren: Dort hatte der Räuber die Bankangestellte (49) mit einer ungeladenen Schreckschusspistole vom Typ Walther P22 bedroht und rund 1000 Euro Hartgeld aus einem unverschlossenen Rollcontainer erbeutet. Die Frau zwang er, ihm außerdem 120 Euro aus ihrem privaten Portemonnaie zu geben. Sie hatte weder einen Schlüssel, noch kannte sie die Zahlenkombination für den Tresor. Nach der Tat wurde das Opfer in der Toilette eingesperrt. Der Schuldspruch lautet deshalb schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung.

Noch heute leidet die Frau unter den seelischen Folgen der Tat. An jenem 23. März war sie allein in der Filiale, als plötzlich ein anfangs unmaskierter Mann vor ihr stand. Kurze Zeit später holte der Unbekannte die Waffe aus seiner Jackentasche und zog sich selbst ein Tuch vors Gesicht.

"Eine tapfere Frau"

„Ich habe erst gedacht, das ist ein schlechter Film“, erinnert sich die Bankangestellte. ,,Mein Beruf hat ein gewisses Restrisiko, aber ich habe immer gehofft, dass dieser Fall an mir vorübergeht.“ Nach der ersten Panikattacke habe sie den Gedanken an die Waffe verdrängt und „einfach funktioniert“. Die Angestellte hat Kollegen, die ihr helfen, wird vom Bückeburger Büro der Opferhilfe betreut und nutzt therapeutische Angebote. „Eine tapfere Frau“, stellt ihr Anwalt Dietmar Weyland fest.

Dennoch: „Das Opfer wird wahrscheinlich sein ganzes Leben unter den Folgen dieser Tat leiden“, befürchtet Richter Stumpe. Auch deshalb war eine Bewährungsstrafe, auf die Verteidiger Mario Prigge hinauswollte, kein Thema. Staatsanwalt Wilfried Stahlhut stellte zudem fest, der Heranwachsende sei „erschreckend professionell vorgegangen“.

Als Motiv gilt Geldmangel. „Die finanzielle Situation meines Mandanten war sehr schwierig“, berichtete Anwalt Prigge, ohne Details zu nennen. Für den Angeklagten sprach vor allem dessen Geständnis. Außerdem ist er bisher nicht vorbestraft .ly

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