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Harsche Kritik an der SPD

Dorfgemeinschaftshaus Harsche Kritik an der SPD

Die mittlerweile achtjährige Odyssee um das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Rehren ist um ein Kapitel reicher: Nach einer denkwürdigen Ratssitzung ist die Entscheidung getroffen worden, nicht mehr die Alte Scheune am Garten der Sinne zu sanieren, sondern einen Anbau am Sportheim zu errichten.

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Am Sportheim des MTV soll das neue Dorfgemeinschaftshaus entstehen.

Quelle: js

Hohnhorst. Pikant: Das Dorferneuerungsprogramm läuft zum Ende des Jahres aus. „Mit Engelszungen“ habe man es geschafft, die Förderstelle davon zu überzeugen, die Frist zu verlängern, berichtete Gemeindedirektor Mike Schmidt. Bis zum 31. Oktober 2018 muss allerdings die Abrechnung für das DGH erfolgen.

Entsprechend ist Eile gefragt, wie Ingenieur Uwe Brinkmann bei der Vorstellung der Ergebnisse seiner Bedarfsanalyse im vollbesetzen Dorfkrug betonte. 264 Quadratmeter Nutzfläche könnte das neue Gebäude haben, dass als eingeschossiger Holzmassivbau zum Preis – je nach gesetzten Standards – von etwa einer halben Million Euro entstehen soll. Maximal sind 685.000 Euro förderfähig, in diesem Fall würde die Gemeinde Hohnhorst etwa 185.000 Euro zahlen müssen.

Jene Summe stieß ein paar Zuhörern offenbar sauer auf und es folgten kritische Nachfragen hinsichtlich der Nutzung und der Finanzierung der laufenden Kosten. Doch Vertreter der Dorfgemeinschaft Rehren beteuerten, dass das DGH ausgelastet sein, sich selbst tragen und sogar Profit abwerfen würde. Meinhard Strohschnieder vom Arbeitskreis DGH kam zu dem Ergebnis, dass das neue Gebäude bei Auslastung 3650 Euro, mit Photovoltaikanlage auf dem Dach sogar 8150 Euro einbringen soll. Ein Trägerverein soll sich um die Unterhaltung kümmern.

Kein Geld mehr für andere Projekte?

„Warum sich ausgerechnet dieses Dorfgemeinschaftshaus als erstes in Niedersachsen oder gar Deutschland rechnen soll, kann ich mir nicht erklären“, sagte Ratsherr Sven Hasenstab (SPD). „Wenn wir so viel Geld für einen Ortsteil ausgeben, werden wir in den nächsten 20 Jahren kein Projekt mehr machen können, welches sinnvoller wäre, etwa die Schule in Ohndorf“, so Hasenstab weiter. Sein Parteigenosse Mark Schäfer pflichtete bei, er habe bei anderen Dorfgemeinschaftshäusern in der Umgebung nachgefragt, dort werden zum Teil fünfstellige Verluste eingefahren. Er sehe zwar das kulturelle Potenzial an und würde die Chance gerne nutzen, „aber die Risiken sind in meinen Augen zu groß“, sagte er.

Doch für den Großteil der Zuhörerschaft stand fest, dass das finanzielle Risiko in keinem Verhältnis zum erwartbaren Nutzen steht. Auch die Mehrheit der Ratsherren schloss sich dem an. Christian Steege (CDU) befand beispielsweise, dass es in den nächsten 20 Jahren wohl kaum wieder so eine Chance gebe, mit maximal 185.000 Euro „so viel zu erreichen“. Mit sieben Ja-Stimmen, drei Vetos und zwei Enthaltungen wurde beschlossen, dass der Anbau am Sportheim detailliert geplant werden soll.

Drohende Parteiaustritte

Nach dieser, für Hohnhorster Verhältnisse fast ruhigen, Diskussion musste die SPD in der Einwohnerfragestunde allerhand Kritik einstecken. Strohschnieder drohte beispielsweise damit, noch am nächsten Tag aus der SPD auszutreten, haben die Sozialdemokraten doch im Wahlprogramm versprochen, das DGH zu unterstützen. Dennis Grages (SPD) versuchte zu beruhigen und wies daraufhin, dass man damit die Alte Scheune gemeint habe. Auch der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Lehrke wollte sich einen Kommentar nicht verkneifen. Bei einer Rats-Entscheidung gegen das DGH hätte er den SPD-Ortsverein Hohnhorst verlassen. Die Dorfgemeinschaft und auch er als ehemaliges Ratsmitglied haben so viel Herzblut in das Projekt gesteckt, er könnte nicht verstehen, dass „jetzt diese rein fiskalischen Überlegungen kommen. Ich bin stocksauer auf meine Fraktion. Macht es gut, ich haue ab“, sagte er und verschwand auf der Stelle.  js

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