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„Im Dorf geächtet“

Streit im Schützenverein Hohnhorst „Im Dorf geächtet“

Der Zwist im Schützenverein Hohnhorst ist mittlerweile zum Rechtsstreit geworden. Die frühere Schatzmeisterin des Vereins, die mit der Art der Kassenführung nicht einverstanden war, verklagt den Vorsitzenden des SV wegen übler Nachrede.

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Symbolbild

Quelle: DPA1

HOHNHORST/STADTHAGEN.. In einer Verhandlung beim Amtsgericht Stadthagen am Mittwoch ging es zunächst nur um die Zulässigkeit der Klage. Die Ex-Schatzmeisterin möchte erwirken, dass eine Aussage über sie geahndet wird, die der Vorstand des SV in einem Rundschreiben verbreitet hatte. Darin unterstellten die Verfasser, die Frau sei drauf und dran gewesen, mit ihrem Auftreten einen Keil in den Verein zu treiben (wir berichteten).

Richterin Regina Benz verwies nun auf die Notwendigkeit eines Schlichtungsverfahrens im Vorfeld vieler Zivilrechtsstreits. In einem juristischen Verfahren wegen übler Nachrede sei eine Schlichtung im Schiedswesen allerdings nicht obligatorisch, wenn die zu ahndende Aussage über die Presse verbreitet wurde. Nun galt es zu klären, ob das Rundschreiben im Sinne der Presse gewirkt hat.

Streit geht über Gartenzaundifferenz hinaus

Der Rechtsanwalt der Ex-Schatzmeisterin, Reiner Wötzel, vertrat die Ansicht, der Brief sei an alle Mitglieder gegangen und habe daher deren Informationsinteresse bedient – haargenau so, wie es die Presse tue. Der Verteidiger des SV-Vorsitzenden, Tobias Mundt, war konträrer Ansicht: Das Schreiben sei an einen eng beschränkten Personenkreis gegangen. Würde man dieses Vorgehen auf die Ebene einer Presseberichterstattung heben, tue man diesem Begriff „Gewalt an“.

Wötzel war bereit, diese Frage notfalls vom Landgericht behandeln zu lassen. Es handle sich schließlich nicht um einen klassischen Privatstreit. Die frühere Schatzmeisterin des SV sei „im Dorf geächtet“. Und dies sei so, weil das Rundschreiben des Vorstands den Streit im gesamten Ort verbreitet habe. Das sei nicht vergleichbar mit Fällen, in denen sich zwei Menschen am Gartenzaun streiten. Richterin Benz tendierte dennoch zu einem Schlichtungsversuch, was die Klägerseite ablehnte. Dies fand die Amtsgerichtsdirektorin „schade“. Nun will sie sich die Sache in aller Ruhe überlegen und dann entscheiden, ob sie die Klage zulässt. Ihre Entscheidung werde sie Mitte des Monats fällen.

Benz monierte, dass der SV-Vorsitzende nicht – wie die ehemalige Schatzmeisterin – persönlich zur Verhandlung erschienen war. Das sei ausdrücklich vom Gericht gewünscht worden. Rechtsanwalt Mundt nahm dies auf seine Kappe: Er sei davon ausgegangen, dass über reine Formalien verhandelt werde – was ja auch der Fall war. gus

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