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Hohnhorst Ist Hohnhorst die älteste Siedlung in Schaumburg?
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Ist Hohnhorst die älteste Siedlung in Schaumburg?
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16:31 15.02.2012
Wo heute eine Biogasanlage steht, befand sich einst eine Germanengrabstätte. Quelle: tes

Hohnhorst (tes). Nach monatelangem Warten erhält eine breite Öffentlichkeit jetzt die Gelegenheit, die ersten aufgearbeiteten Fundstücke in der Martins-Kirche zu sehen. Unter dem Motto „Anno dazumal“ laden die evangelische Martins-Gemeinde und der Ausgrabungsleiter, Kommunalarchäologe Jens Berthold, für 19. Februar zu einem „Germanensonntag“ ein.

Rund 200 Urnen und weitere Artefakte aus vorrömischer Eisenzeit ließen ein großes Gräberfeld und eine nahe Siedlung vermuten. Schnell wurde spekuliert: Ist Hohnhorst die älteste Siedlung in Schaumburg? „Vielleicht muss die Chronik von Hohnhorst umgeschrieben werden“, mutmaßt der ehemalige Bürgermeister Otto Lattwesen. Auf dem Grundstück von dessen Familie kam es 2011 zu dem unverhofften Fund.

Während der Erdarbeiten zum Bau einer Biogasanlage stieß ein Baggerfahrer auf die erste Urne. Familie Lattwesen informierte zuständige Behörden, ermöglichte mit einem Baustopp die Grabung und mit einer Spende in Höhe von mehreren Tausend Euro, dass die ersten fünf Urnen samt Inhalt bearbeitet werden konnten.

Die Martinsgemeinde und Pastor Gero Cochlovius nehmen dies zum Anlass, im Gottesdienst ab 10 Uhr darüber nachzudenken, wie „unsere germanischen Vorfahren Christen geworden sind“ und schlagen eine Brücke in die heutige Zeit. Parallel dazu startet ein Kindergottesdienst. Nach einer Kaffeepause um 11.30 Uhr informiert der Chefarchäologe in einem reichlich bebilderten Vortrag über die Ausgrabung. Im Anschluss kann sich jeder ab 12.15 Uhr bei „germanischer“ Gulaschsuppe stärken.