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Hohnhorst Kehrtwende: Hohnhorst macht keine neuen Schulden
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Kehrtwende: Hohnhorst macht keine neuen Schulden
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17:34 24.10.2018
Seit 2017 hat die Gemeinde laut eigenen Angaben keine neuen Schulden mehr gemacht. Quelle: Symbolfoto, dpa
Hohnhorst

Einen rekordverdächtig voluminösen, aber dennoch erfreulichen Haushaltsplanentwurf haben die Fachausschüsse der Gemeinde Hohnhorst diskutiert. Neue Schulden sind Fehlanzeige, perspektivisch kann die Kommune vielleicht bald wieder die eigene Rücklage vergrößern.

Steuereinnahmen steigen weiter

Das Haushaltsvolumen ist erneut gewachsen, sodass der Etat erstmals an der Zwei-Millionen-Euro-Grenze kratzt. „Wir haben ein sehr schönes Ergebnis“, kommentierte Patricia Kasper, stellvertretende Gemeindedirektorin, den Überschuss von 44.000 Euro. Der Einkommensteuer-Ertrag steigt weiter an, und zwar gleich um 190.000 Euro auf nunmehr 1,15 Millionen Euro. Dies ist laut Kasper der Hauptgrund für die gute finanzielle Situation.

Die Grund- und Gewerbesteuereinnahmen setzt Kasper vorsichtig knapp unter den Ergebnissen aus dem Jahr 2018 an. Der Gemeindeanteil an der Gewerbesteuer ist zuletzt immer weiter angewachsen. In 2011 lag die Einnahme bei knapp 200.000 Euro, in 2019 sollen 510.000 Euro fließen. Kasper geht davon aus, dass 2020 noch etwas mehr eingenommen wird, weil die Art der Berechnung der Gewerbesteuerumlage umgestellt wird.

Die Samtgemeindeumlage, die Hohnhorst zu zahlen hat, steigt von 563.000 auf 670.000 Euro an. Hintergrund sind die Umstellungen bei der Finanzierung der Samtgemeinde. Insgesamt zahlt Hohnhorst an Samtgemeinde-, Kreis- und Gewerbesteuerumlage knapp 1,6 Millionen Euro.

20.000 Euro für die Spielplätze

In ihre Spielplätze will die Gemeinde in 2019 bei Bedarf bis zu 20 000 Euro investieren. Dies schlüsselt sich auf in 10.000 Euro für Neuanschaffungen, 7000 Euro in Ersatzbeschaffungen und 3000 Euro aus dem diesjährigen Etat, die nicht ausgeschöpft worden waren. Dies fand die Zustimmung des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses.

Der MTV Ohndorf erhält 5000 Euro als Zuschuss für den Austausch von schadhaften Fenstern. Ursprünglich waren dafür 2500 Euro vorgesehen. Die Summe wurde aber verdoppelt.

Das neue Baugebiet beim Scheller soll der Gemeinde einen Überschuss von 100.000 Euro einbringen. 46.000 Euro plant die Gemeinde für die Sanierung des Parkplatzes am Rehrener Friedhof ein. Dieselbe Summe steuert die Samtgemeinde bei. Ebenfalls 46.000 Euro stehen für die Sanierung der Schmiedestraße im Etat.

Hohnhorst trägt Altlasten ab

Für 100.000 Euro will die Gemeinde Hohnhorst ein Grundstück kaufen, auf dem später eine Kita entstehen kann. Auch dies ist aber vorerst nur ein Planansatz. Das meiste Geld fürs Rehrener Dorfgemeinschaftshaus war bereits im Etat 2018 enthalten gewesen. Die Debatte im Bauausschuss fiel erfrischend kurz aus.

Gemeindedirektor Mike Schmidt betonte, dass seit 2017 keine neuen Schulden mehr gemacht wurden. Damit sei seit der Kommunalwahl 2016 die Kehrtwende eingetreten, „weil wir hier gute Politik gemacht haben“. Die Gemeinde trage mittlerweile sogar Schulden ab, sodass bald sogar wieder Einzahlungen in die Rücklage möglich werden könnten. Bauausschuss-Vorsitzender Christian Steege sprach ebenfalls von einem Kurswechsel.

von Guido Scholl